Überleitung zum Buch "Die Schöpfung geht weiter"
Mein Buch „Energon, Das verborgene Gemeinsame“ war das Ergebnis einer zehnjährigen, sehr intensiven Forschungstätigkeit. Es traf mich deshalb eher unerwartet, daß es sowohl in den Tageszeitungen als auch in der Fachpresse kaum rezensiert wurde. Wie mir Journalisten von Wirtschaftszeitschriften erklärten, fiele das Thema dieser Schrift eindeutig in den Bereich der Biologie, für den sie nicht zuständig wären und sich auch nicht qualifiziert fühlten. Rezensenten im naturwissenschaftlichen Bereich wieder sagten: „Kontaktieren sie doch die Wirtschaftsmedien, dort ist vielleicht Interesse vorhanden“. So wie im Falle mancher anderen interdisziplinären Veröffentlichungen saß ich mit meiner Energontheorie zwischen zwei Stühlen. Dazu kam noch meine Bekanntheit als Unterwasserforscher. „Wann veröffentlichen Sie denn wieder etwas über Ihre so faszinierenden Erlebnisse unter Wasser - ?“ bekam ich überall zu hören. Unausgesprochen war die allgemeine Empfehlung: „Schuster bleib bei deinen Leisten !“.
Immerhin gab es in der Tat ein beträchtliches Interesse im Wirtschaftsbereich, insbesondere was die Themenkreise „Wesen und Meßbarkeit von Effizienz“ und „Anschluß an naturwissenschaftliches Denken“ betraf. In der Managementstrategie tauchten fast jedes Jahr neue Schlagworte auf, die das im Wesen Gleiche immer wieder von neuen Gesichtspunkten her beurteilten. Wolfgang Mewes, der von Frankfurt aus in Fernlehrkursen Berufstätige und Unternehmen beriet, war einer der ersten, die sich mit dem Inhalt meines Buches sehr genau vertraut machten. Er begründete in der Folge die EKS (Energo-Kybernetische-Managementstrategie), die in wesentlichen Belangen den Forderungen der Energontheorie entsprach - und auf die ich in einem späteren Abschnitt dieser Präsentation eingehe. Ende November 1975 organisierte er einen Kongreß in Kronberg, wo ich meine naturwissenschaftliche Lehre darlegte und mit zahlreichen Wirtschaftsfachleuten in Berührung kam. Einer von diesen war Prof. Horst Lange-Prollius, ein Fachmann auf den Gebieten Effizienz und Führungsstil, vorwiegend im Ost-Westhandel tätig.
Lange-Prollius war von der Energontheorie sehr beeindruckt und sagte zu mir: „Ihr Buch enthält viel zu viele biologische Beispiele, welche die in der Wirtschaft Tätigen nur beschränkt interessieren. Sie sollten ein weiteres Buch schreiben, das auf die praktischen Bedürfnisse von Berufstätigen und Managern zugeschnitten ist. Wenn Sie wollen, helfe ich ihnen dabei und wir schreiben das Buch gemeinsam. Die Energontheorie müßte für den Praktiker in kurzen klaren Lehrsätzen formuliert werden ...". Ich zögerte nicht lange und erklärte mich einverstanden. Er sollte gleichsam der Regisseur sein und ich würde ihm alle für diese Lehrsätze notwendigen Details liefern.
Das war der Auftakt für eine gute Zusammenarbeit und freundschaftliche Bindung. Wir schrieben "Die Schöpfung geht weiter" in Bad Godesberg, wo Lange-Prollius lebte, und den Rest in Spanien und in Wien. Lange-Prollius fand auch einen interessierten Verleger: Dr Heinrich Seewald. Als ich bei einem gemeinsamen Abendessen von verschiedenen Eindrücken im Unterwasserbereich erzählte, die mich auf die eine oder andere Weise zu der Idee der Energontheorie führten, meinte Dr. Seewald spontan, dies müßte unbedingt dem Buch in einem Vorwort vorangestellt werden. Ich schrieb dann ein solches, zu dem in der Folge noch zwei weitere von Lange-Prollius und Dr. Seewald hinzukamen. Ich war schon damals der stillen Ansicht, daß all dies (insgesamt 59 Seiten) des Guten etwas viel war - und lasse in dieser Präsentation alle drei Vorworte weg. Wie Lange-Prollius schon am Anfang unserer Gespräche sehr richtig vorschlug, ist das eigentliche Buch dann sehr knapp und griffig formuliert - ich habe auch heute an ihm nichts auszusetzen oder hinzuzufügen.
Dr. Seewald hatte außerdem die Idee, unser Werk
bei der Bundes-Pressekonferenz in Bonn, wo täglich die politisch-wirtschaftlichen
Neuigkeiten diskutiert wurden, vorzustellen. Er erwirkte die dafür
nötige Erlaubnis. Ich hatte gerade mit einem Film einiges Geld verdient
und entschloß mich nun, dieses als Preisgeld für eine Herausforderung
zu verwenden. Ich richtete sie gemeinsam mit Lange-Prollius an vier deutschsprachige
Universitäten (in Berlin, Freiburg, Zürich und Wien) und an die
vier Nobelpreisträger: Manfred Eigen (Physik), Konrad Lorenz (Biologie),
Friedrich von Hayek (Wirtschaft) und Heinrich Böll (Kultur). Den Betrag
hinterlegte ich bei einem Münchner Notar, welcher ihn einem Preisträger,
dem die Widerlegung unserer Lehrsätze gelang, aushändigen sollte.
Für den Fall einer Meinungsverschiedenheit unterwarf ich mich bedingungslos
jedem von der Max-Planck-Gesellschaft gutgeheißenem Schiedsgericht.
Masescha (Liechtenstein), den 4. Oktober 1999