Grob gesagt: Während wir wissen,
daß alle Werte relativ zu etwas
sind, wissen wir noch nicht, in
Hinblick worauf sie relativ sind.
Friedrich August von Hayek (1972)
10. Das neue Denken
Die Energontheorie behauptet, daß die uns gewohnte und vertraute, auf dem Visuellen fußende Denkform nicht die einzig mögliche, ja nicht einmal die relevante ist, um uns eine realistische Betrachtungsweise des Lebensgeschehens und der Stellung des Menschen zu ermöglichen. Vielmehr fußt das gesamte Lebensgeschehen auf funktionellen Zusammenhängen, die der eigentliche Schlüssel zu seinem Verständnis sind.
Das aus der Energontheorie resultierende Denken stützt sich auf Begriffe, die nicht auf sinnfälligen Ähnlichkeiten beruhen, sondern rein vom Funktionellen her diktiert sind. Diese neue Denkform setzt ein beträchtliches Abstraktionsvermögen voraus und ist kein Ersatz für das konventionelle Denken als geeignetes Mittel zur Bewältigung des Alltags. Es ist ein zusätzliches, im Prinzip jedermann zugängliches Instrumentarium des Geistes. Die Energontheorie setzt Werte, die von der subjektiven Betrachtungsweise des Menschen unabhängig sind. Sie erblickt in dem als Leben bezeichneten Phänomen einen energetischen Prozeß besonderer Art, zeigt dessen Gesetze auf und schafft ein Begriffsgerüst, welches auf diesen Gesetzen fußt. Sie macht es möglich, sämtliche Erscheinungen des Lebens einschließlich aller menschlichen Leistungen nach gemeinsamen, relevanten Kriterien zu beurteilen.
Unser konventionelles Denken wurzelt im Visuellen. Hauptsinn des Menschen ist der Gesichtssinn, das Sehen: wir sind Augenwesen. Unser Gehirn, dessen Funktion es ist, die Sinneseindrücke derart zu verarbeiten, daß wir uns in der Umwelt zurechtfinden und in ihr zielführend agieren können, stützt sich somit in erster Linie auf das von unseren Augen Geschaute. Ergeben sich hier bei den wahrgenommenen Erscheinungen deutliche Übereinstimmungen, dann ordnet sie das Gehirn seit eh und je unter einen gemeinsamen Begriff. Was Stamm, Zweige und Blätter hat, wird unter dem Begriff "Baum" eingereiht und mit einer entsprechenden Wortbezeichnung versehen. Eine schnelle Fortbewegung, gleichwohl ob bei Tieren oder Menschen, wird unter dem Begriff "Laufen" zusammengefaßt. Alles, was unseren Augen aufgrund der Wellenlänge der empfangenen Strahlen einen gemeinsamen Eindruck vermittelt, wird ebenfalls zu
(Originalbuchseite 310)
einem Begriff - etwa "Rot". Dergestalt bringt das Gehirn Ordnung in die uns umgebende Vielheit.
Dieser Vorgang setzte mit der Denkfähigkeit des Menschen ein und wurde durch das Vermögen zu sprechen wesentlich gefördert. Die Aufgabe, sich sprachlich zu verständigen, setzt mit Wörtern versehene Begriffe voraus - macht klare Abgrenzungen unumgänglich. Nur wenn der Sprechende und der Zuhörer - also Sender und Empfänger - das gleiche Wort, das gleiche Signal, mit derselben Vorstellung, mit demselben Begriff verbinden, kann Information übermittelt werden, kann der Zuhörende verstehen, was der Sprechende meint.
So stellt sich die menschliche Entwicklung - unter anderem - als ein sich ständig steigernder und vertiefender Begriffsbau dar. Durch Schrift und Vorgänge wie etwa Gesetzgebungen, Verfassungen, Verträge und Anweisungen wurde das Gehirn zu einer noch intensiveren Beschäftigung mit den entstandenen Begriffen gezwungen. Sie wurden präziser ausgefeilt, zu noch präziseren Werkzeugen der Verständigung und des Denkens, noch schärfer gegen nahe verwandte oder sich überschneidende Begriffe hin abgegrenzt. Der in erster Linie auf visuellen Eindrücken aufbauende Vorgang der Begriffsbildung und die ständige Verbesserung dieses Instrumentariums setzte sich kontinuierlich fort, bildete die Grundlage für praktisch alle menschlichen Leistungen. Die Wissenschaften teilten sich in abgegrenzte Bereiche. Die immer weitergehende Forschung führte zur Entstehung immer neuer Spezialgebiete, in denen wiederum - gemäß den jeweiligen Fragestellungen und Blickrichtungen - weitere neue Begriffe und Fachsprachen gebildet wurden. So stellt das heutige Denksystem des Menschen eine große, weitgehend geschlossene Einheit dar, deren historische Entwicklung kontinuierlich verlief.
Nachteil des visuellen Denksystems, dem wir alles bisher Erreichte verdanken, liegt nun darin, daß unser Gehirn Einheiten, die es als Begriffe zusammenfaßt und mit einer Wortbezeichnung versieht, subjektiv als etwas real Verschiedenes empfindet. Was unter den Begriff "Baum" eingeordnet wird und was unter den Begriff "Fabrik" fällt, erscheint dem Gehirn grundverschieden - eine Verwandtschaft dieser Identitäten somit absurd. Die Werkzeuge des Gehirnes - die Begriffe also - werden als Mosaiksteinchen einer so und nicht anders beschaffenen Wirklichkeit angesehen, als nicht nur berechtigte sondern unumstößlich einzige Form, die Erscheinungen der Welt zu bewerten, zu bewältigen und zu verstehen. Bei den Philosophen tauchten im Lauf der Geschichte nicht selten Zweifel auf, ob
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unser Denken, die Art unserer Begriffsbildung, nicht bei der Betrachtung der Welt unsere Beurteilung bestimmt. Das Denken des Menschen war wohl ständigen Änderungen, Umwertungen und Neuausrichtungen unterworfen - doch erwies es sich stets als möglich, diese mit dem konventionellen Denksystem zu bewältigen. Das Instrumentarium seiner Begriffe und dessen Grundlagen wurden nie ernsthaft in Mitleidenschaft gezogen.
Die heutige Zeit ist dadurch gekennzeichnet, daß der Mensch in der Flut der von ihm geschaffenen Begriffe gleichsam ertrinkt. Fachwissenschaftler einer Disziplin sind kaum mehr in der Lage, Vorgänge in benachbarten Gebieten oder in anderen Wissenschaftszweigen zu verfolgen, sie sich nutzbar zu machen. Ein Überblick über das Gesamtwissen erscheint unmöglich - die Kapazität menschlichen Geistes wird wegen der heutigen Begriffsflut überfordert. Im Alltag des menschlichen Lebens wirken sich diese Vorgänge dahingehend aus, daß der Mensch zu einem Spielball der von allen Seiten auf ihn einflutenden Informationswellen geworden ist. Sein Weltbild ist aus verschiedenen Bruchstücken zusammengesetzt - Gespräche und Debatten zeichnen sich weltweit dadurch aus, daß die Partner mit dem gleichen Wort höchst verschiedene Vorstellungen, also Begriffe verbinden.
Die Energontheorie erhebt den Anspruch auf den Nachweis, daß es eine grundsätzlich andere Art der Begriffsbildung gibt. Diese anderen Begriffe stützten sich nicht auf die unmittelbaren Sinneseindrücke, sie fassen andersartige Komplexe zusammen. Die Energontheorie postuliert, daß sich die Lebensentfaltung nach einem vom Funktionellen vorgezeichneten Grundschema vollzieht, notwendigerweise vollziehen muß, sich nur eben über dieses vollziehen kann. Die materiellen Strukturen sind gemäß dieser Auffassung nicht das eigentlich Wesentliche, sind nicht das Ziel des Prozesses Leben. Sie sind vielmehr Bestandteile einer energetischen Entfaltung, die sich nur über Strukturen mit besonderen Eigenschaften fortsetzen kann. Es handelt sich dabei um klar definierbare Gesetzmäßigkeiten. Diese Eigenschaften und ihre weiteren Auswirkungen sind das Essentielle - nicht die materiellen Strukturen, über die sie sich verwirklichen und die unseren Sinnen und unserem bewertenden Gehirn als das Wesentliche erscheinen.
Die Schwierigkeit, von dem einen in das andere Denksystem überzugehen, liegt besonders darin, daß wir auf die konventionellen Begriffe und deren Wortbezeichnungen als Verständigungsmittel angewiesen sind. Wer sich dieser Schwierigkeit bewußt ist, kann den Vorgang trotzdem
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vollziehen. Ist das gewohnte Denken in seine Schranken verwiesen, dann leistet es willigen und wertvollen Hilfsdienst, das neue, andere Begriffssystem zu entfalten. Letzteres muß von Grund auf neu aufgebaut werden, und die Miteinbeziehung gewohnter Begriffe, welche meist einen anderen Stellenwert erhalten, ist mit großer Vorsicht zu vollziehen. Im übertragenen Sinne gesprochen, handelt es sich nicht um einen Umzug von einem alten Haus in ein anderes, ähnliches, sondern in ein neu erstelltes.
Um den Vorgang, sich mit dem neuen Denksystem vertraut zu machen, zu erleichtern, werden in diesem Buch in Form eines Rasters Denkhilfen für alle Disziplinen geboten. Es handelt sich um eine Checkliste, die der strategischen Umsetzung eine Ausrichtung gibt. Sie basiert auf dem Grundkonzept der Energone, auf den für diese maßgebenden Funktionen.
Bei allen Betrachtungen steht im Vordergrund, daß ein in Potenz und Volumen sich steigernder Bewegungsvorgang nur über materielle Strukturen stattfinden kann, welche die dafür notwendigen Eigenschaften besitzen. Diese Strukturen werden Energone genannt - ein Begriff, der sich nicht auf Ähnlichkeiten stützt, die unsere Sinne uns melden, sondern auf eine von uns erkannte notwendige Wirkung. Dieselbe Struktur, die in einer Umwelt Energon ist, kann sehr wohl in einer anderen diese Qualifizierung nicht haben.
Es kommt auf ein ganz bestimmtes Passungsverhältnis zur Umwelt an, wobei dem Energieerwerb zentrale Bedeutung zukommt. Ein sich steigerndes energetisches Geschehen kann nur über Strukturen stattfinden, die mehr arbeitsfähige Energie in ihren Dienst zwingen, als ihre Gesamttätigkeit an solcher verbraucht. In manchen Fällen regelt sich der Energieerwerb geradezu von selbst - dann werden andere Leistungen zum limitierenden Faktor. Das darf aber nie darüber hinwegtäuschen, daß die im Durchschnitt aktive Energiebilanz stets und ausnahmslos die für jedes Energon zentrale Eigenschaft ist. Denn praktisch jede weitere für Energone benötigte Eigenschaft macht Energieausgaben erforderlich, stützt sich also bereits auf einen vorhandenen Überschuß.
Jede Energonanalyse muß somit von den beiden Grundfragen ausgehen, welche eine Standortbestimmung ermöglichen: Wie ist das Energon beschaffen, mit dem ich mich beschäftige - welches ist also sein Umfang, über welche Funktionsträger verfügt es? Und zweitens: Aus welcher Quelle wird Energie gewonnen? Bei jedem Energon determiniert die Energiequelle die Hauptelemente der Energonstruktur. Die Gestalt der Pflanzen ist in erster Linie durch die Aufgabe bestimmt, Sonnenenergie zu ge-
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Abb. 26: Bewertungsgrundlagen für die Energonanalyse
Zur Bewertung jedes Energons und jedes seiner Funktionsträger sind die zwölf Hauptkategorien der Außen- und Innenfront heranzuziehen: in den Phasen für Aufbau, Tätigkeit, Ruhe und Stillegung, jeweils in Hinblick auf Kosten, Präzision und Schnelligkeit. Die Sektoren, hier nach gleichem Schema gezeichnet, gewinnen sehr verschiedene Werte
| 1 = Energieerwerb | 5 = Nutzung | 9 = Abstimmung |
| 2 = Stofferwerb | 6 = Glückssuche | 10 = Erhaltung |
| 3 = Strukturvermehrung | 7 = Bindung | 11 = Verbesserung |
| 4 = Abwehr | 8 = Koordination | 12 = Funktionslose
Einheiten |
(Originalbuchseite 314)
winnen, sich zum Diener zu machen. Die Gestalt der Tiere ist in erster Linie durch die Aufgabe bestimmt, an organische Substanz zu gelangen, an Beute und dieser durch Abbau der Molekularstruktur die darin enthaltene Energie zu entziehen, sich zum Diener zu machen. Die Gestalt der Energone, die vom Menschen geschaffen werden und über Tausch Energie erwerben, ist in erster Linie durch die Aufgabe bestimmt, einen bestehenden Bedarf derart zu befriedigen, daß vom Nachfrager Energie gewonnen, zum eigenen Diener gemacht wird.
Dann sind die weiteren für Energone relevanten Auseinandersetzungen mit der Umwelt zu prüfen. Materie in Gestalt von Rohstoffen oder bereits einsatzfähigen Funktionsträgern muß erworben werden. Denn nur über Einbeziehung immer neuer Materie in das energetische Geschehen kann dessen Volumen anwachsen.
Nächste Frage: Welche Steuerungen sind nötig, damit aus dieser Materie und der gewonnenen Energie weitere Energonstruktur aufgebaut werden kann? Sei es durch individuelles Wachstum des Energons, durch artgleiche Vermehrung, oder durch Bildung andersartiger Energone oder schließlich durch Bildung von Luxusstrukturen.
Weitere Fragen: Welche störenden oder feindlichen Umweltkräfte müssen abgeschirmt werden? Welche günstige, ja zur Zusammenarbeit bereite Umweltkräfte können zur Hilfestellung gewonnen werden? Und für den Fall einer Bildung von Luxusstrukturen: Welche zusätzlichen Anpassungen an die Umwelt machen sie zur Voraussetzung?
Bei allen diesen Auseinandersetzungen legen Umweltbedingungen weitgehend fest, welche Leistungen zu erbringen sind, um ihnen so zu entsprechen, daß die Effizienz des Energons gewahrt bleibt, ja sich steigert. Sehr oft mögen verschiedene materielle Strukturen oder Verfahren die gegebene Aufgabe erfüllen. Wesentlich ist in jedem Fall: Wieviel Energie muß aufgewandt werden? Wie präzise wird die Aufgabe erfüllt? Wie schnell wird sie erfüllt? Und jede dieser Fragen hat verschiedene Stellenwerte: in der Aufbauperiode der Energone, in deren Aktivitätsphasen, in deren Ruhephasen und in Phasen von Stillegung und Reduktion. Entscheidend wichtig ist weiterhin die Stellung innerhalb hierarchischer Systeme und die Analyse der sich daraus ergebenden Konflikte. Ebenfalls wichtig sind limitierende Faktoren und Polaritäten in der Ausrichtung.
Die Grundbegriffe, die sich aus der Energontheorie ableiten, gründen sich somit auf Probleme, denen jedes Energon gegenübersteht. Diese können durch äußerlich ungemein verschieden aussehende Strukturen bewäl-
(Originalbuchseite 315)
tigt werden, doch sind visuelle Aspekte der Übereinstimmung nicht maßgebend. Die Begriffsbildung basiert vielmehr auf funktionellen Übereinstimmungen, welche für das Funktionsgefüge jedes Energons maßgebend sind. Aus ihnen setzt sich bei jedem Energon das innere Wertgerüst, aus dem sich Effizienz und Konkurrenzfähigkeit ergeben, zusammen.
Neben der Außenfront hat jedes Energon auch eine Innenfront. Ein sich steigerndes energetisches Geschehen kann nur stattfinden, wenn die Strukturen, die es fortsetzen, noch weiteren Anforderungen genügen, die im Rahmen ihrer inneren Organisation anfallen. So müssen - um es zu wiederholen - bei einem Energon alle Funktionsträger aneinandergebunden sein -, gleichwohl wie auch immer. Mancher zielführende Ablauf muß mit anderen koordiniert sein. Die Funktionsträger sollen sich gegenseitig möglichst wenig behindern, eher unterstützen. Einzelne Funktionen setzen Prioritäten. Jeder Funktionsträger muß in Umfang und Leistung auf das Energonganze hin abgestimmt sein. Die Funktionsfähigkeit der diversen Organe - wie auch immer beschaffen - muß erhalten bleiben, was Kontrollen, Regeneration, aber auch Zufuhr von Energie und Stoffen sowie Ableitung von Abfällen notwendig macht. Für den Konkurrenzkampf mit anderen Energonen ist es entscheidend wichtig, daß der Gesamtkörper möglichst wenige funktionslose oder funktionsarme Einheiten umfaßt - sie sind eine Bürde, eine Belastung. Und noch wichtiger ist es - im Individualinteresse und vor allem im Interesse des Lebensstromes -, daß Energone sich Umweltveränderungen anzupassen vermögen, daß es zu Verbesserungen ihrer Strukturen kommt.
All das macht weitere Funktionsträger nötig, bei denen die jeweils zu bewältigende Aufgabe weitgehend ihre Struktur determiniert. Auch hier ist von untergeordneter Bedeutung, wie diese Funktionsträger im einzelnen beschaffen sind und ihre Aufgaben verrichten. Was zählt, ist das Ergebnis, der Erfolg, die Leistung. Nur dies schlägt sich in der Bilanz nieder, beeinflußt Effizienz und Konkurrenzfähigkeit - entscheidet also darüber, ob die jeweilige Struktur geeignet ist, am betreffenden Raumzeitpunkt das sich steigernde energetische Geschehen, den Lebensstrom, fortzusetzen.
Handelt es sich um Energone, die der Mensch aufbaut, dann kommen weitere entscheidende Kriterien hinzu. Die von ihm gebildeten artifiziellen Funktionsträger - künstliche Organe - eröffnen der Energonbildung zahlreiche neue Möglichkeiten. Inwiefern diese wahrgenommen werden, ist zu prüfen. Sodann ist der Mensch durch sein angeborenes Erbe weitgehend festgelegt. Die Motivationen seines Handelns unterliegen nur zum gerin-
(Originalbuchseite 316)
gen Teil seinem Intellekt, seiner Vernunft, seiner Einsicht. Zahlreiche Triebkräfte machen seinen Intellekt zum Diener, schreiben ihm Marschrouten vor. Wo also Menschen Energone bilden oder in solchen als Funktionsträger wirken, ist somit nachzuprüfen, welche Konsequenzen die erbliche Fixierung hat. Und ebenso zu prüfen sind die traditionellen, über Erziehung einfließenden Fixierungen. Bei solcher Beurteilung tritt dann auch die Divergenz der Interessen des Menschen gegenüber jenen der von ihm gebildeten Energone in den Vordergrund. Und ganz besonders die Divergenzen, die sich zwischen den Interessen des Menschen und jenen des Lebensstromes ergeben.
Das sich aus der Energontheorie ergebende neue Denksystem
baut somit auf radikal anderen Grundbegriffen auf. Die zu bewertende Umwelt
bleibt dieselbe. Aber das begriffliche Grundgerüst der Bewertung basiert
auf anderen Gemeinsamkeiten und Übereinstimmungen. Es schafft somit
andere Geisteswerkzeuge, um zu Einsichten, Erkenntnissen und Entscheidungen
zu gelangen. Das nachfolgende Raster von Grundfragen soll nicht mehr als
eine Denkhilfe sein, wie praktisch vorzugehen ist, um nach dem neuen Begriffssystem
Energone und ihre Funktionsträger zu beurteilen, wobei Unternehmen
und Organisationen im Vordergrund stehen.
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