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5. Konsequenz:

Spezialisiere und diversifiziere
Dein Angebot - aber richtig

 
 
 
Bei der Ausrichtung von Unternehmen auf bestimmte Produktionsziele, doch ebenso auch bei jeder Berufswahl, gibt es eine grundsätzlich wichtige Entscheidung. Entweder man spezialisiert sich auf ein engbegrenztes Angebot - wie etwa ein Bäcker oder, als Extremfall, das Einprodukt-Unternehmen der Coca-Cola Produktion. Oder man betätigt sich in mehreren Bereichen, bietet also eine mehr oder minder umfangreiche "Palette" von Produkten oder Dienstleistungen an. Die Vor- und Nachteile beider Ausrichtungen liegen auf der Hand. Je enger der Bereich ist, auf den man sich spezialisiert, umso effektiver wird man dort - und damit Konkurrenten überlegen. Der Nachteil ist jedoch, daß man so "alle Karten auf ein Pferd setzt", was ein entsprechendes Risiko bedeutet. Ändern sich die Marktverhältnisse, so daß die betreffenden Spezialleistungen nicht mehr gefragt sind, dann ist jener, dessen Angebot stärker diversifiziert ist, besser daran. "Er steht auf mehreren Beinen", ist somit mehr krisensicher. Der "Vielseitige", wenn wir das Gegenteil vom "Spezialisten" so nennen wollen (auch die Bezeichnungen "Generalist" und "Universalist" sind gebräuchlich), kann sich dann den Gegebenheiten besser anpassen und auf andere Erwerbsformen umstellen.

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Obwohl die Erwerbsformen der Pflanzen und Tiere grundsätzlich andere sind, besteht auch bei ihnen die gleiche Polarisierung. Im Lauf der Evolution entstanden sehr viele Spezialisten - besonders extreme gibt es unter den Parasiten, die im Körper bestimmter Tierarten schmarotzen - und im Falle, daß diese aussterben, ebenfalls ihre Lebensbasis verlieren. Nicht-Spezialisten, wie etwa die "Allesfresser", sind da besser daran. Versiegt bei ihnen eine der Nahrungsquellen, dann trifft sie das nicht besonders: sie konzentrieren sich dann eben auf eine andere. Das Wildschwein, das sowohl Kleintiere wie auch Wurzeln und Früchte frißt, ist dafür ein Beispiel.

Ich kam mit dieser Problematik zweimal an sehr verschiedenen Orten "hautnah" in Berührung. Erstens bei den so abgelegenen Galapagos-Inseln im Pazifik, wo wir als erste die Unterwasserwelt erforschten und über Wasser, auf den öden Lavainseln, den Spuren von Charles Darwin nachgingen. Und zweitens, als ich bei einem Managerseminar in Freudenstadt einen Tag lang über Energontheorie und Verhaltensforschung referierte und mir dann am Abend, an der Bar, einer der Teilnehmer sagte: "Herr Hass, ich kann schon wieder nach Hause fahren. Mein Problem ist bereits gelöst."

Dieses Seminar war eines von mehreren, die in erster Linie für fortgeschrittene EKS-Anhänger abgehalten wurden, welche ihre Kenntnisse auffrischen wollten - oder die vom EKS-Weg abgekommen waren und nicht recht wußten, wo und wieso. Die Seminare liefen über vier Tage, den ersten bestritt ich, am zweiten und dritten rekapitulierte der EKS-Fachmann Heinz-Gernot Nieter, der diese Lehre auch noch mit christlichen Anschauungen verband, die wichtigsten Richtlinien, und am vierten kam dann Wolfgang Mewes, erzählte von neuesten Entwicklungen und diskutierte mit den Teilneh-

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mern praktische Fragen, welche diese beschäftigten. Da auch ich schon am zweiten Morgen weiterreisen mußte, nahm mich der Teilnehmer, der mich angesprochen hatte, im Auto bis zum Flughafen nach Stuttgart mit. Ihn schien besonders zu interessieren, was ich über die berühmten Darwin-Finken der Galapagos-Inseln erzählt hatte - doch was ihm in meinen Ausführungen geholfen hatte, erfuhr ich nicht, und fragte auch nicht danach.

Drei Jahre später verpflichtete mich die Firma Kärcher in Winnenden bei Stuttgart zu einem Vortrag. Herr Roland Kamm, der Geschäftsleiter, begrüßte mich herzlich ... es war der Mann an der Bar. Ich fragte ihn spontan: "Nun, hat es etwas genützt?" Und seine Antwort lautete: "Wir waren damals in fünf Jahren von einem Jahresumsatz von ca. 20 Millionen auf 190 Millionen hochgeklettert und dann zwei Jahre lang stecken geblieben. Deshalb kam ich nach Freudenstadt. Inzwischen sind wir - dank Ihrer Galapagos-Finken - bei einem Jahresumsatz von 280 Millionen und es geht flott weiter."

Jetzt erfuhr ich die näheren Einzelheiten: Die Firma Kärcher war 1935 vom Ingenieur Alfred Kärcher gegründet worden und stellte Elektro-Heizgeräte, Großtauch-Heizkörper und Spezial-Heizvorrichtungen für die Industrie her. Nach dem Krieg wurden Dampfstrahlreiniger und Schnelldampferzeuger zu den beiden Hauptprodukten. Nach dem Tod von Ing. Kärcher im Jahr 1959 wurde der Betrieb, der inzwischen 250 Mitarbeiter zählte, von seiner Frau Irene sehr tüchtig weitergeführt, die sich dann aber 1968 doch entschloß, einen Geschäftsführer einzustellen und ihm das Feld zu überlassen. Dieser Mann war sehr auf Gewinnoptimierung ausgerichtet und sah in keinem der beiden Hauptprodukte eine Zukunft für die Firma. Er sagte zu den Ingenieuren - zu denen bereits Herr Kamm gehörte: "Wir brauchen neue

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Ideen, neue Dinge, und jeder, der etwas Neues bringt, kriegt eine Prämie!" Es folgte eine Phase extremer Diversifikation. Man produzierte jetzt neben den bisherigen Produkten Thermalölerhitzer, Bauschalungen aus Polyesterharz, Grabsteinfassungen aus Kunststoff, die erste künstliche Niere, Plastikelefanten, die für Kinder vor Warenhäusern aufgestellt wurden und, wenn man 10 Pfennige hineinwarf, schaukelten, während die Kinder auf ihnen ritten, ein Doppelrumpf-Boot ... "Das Krasseste war wohl die Übernahme einer Klavierstuhlfabrik. Eine hochinteressante Zeit, aber ein trübes Kapitel!"

1971 übernahm Frau Kärcher selbst wieder die Leitung und übertrug sie dann 1974 an Herrn Kamm, der über Gernot Nieter mit der EKS bekannt geworden war und nun diese Periode extremer Diversifizierung beendete. "Statt vieles mittelmäßig zu tun, ist es besser, ein Produkt hervorragend zu gestalten", lehrt die EKS. Nach sorgfältigen Erwägungen entschied sich Kamm für den Hochdruckreiniger und baute nach und nach die übrigen Produktionslinien ab. Zum Firmenmotto wurde "Kärcher Hochdruckreiniger". Bis 1980 erhöhte er mit diesem einen Produkt den Jahresumsatz von 24 Millionen auf 209 Millionen DM und eroberte über 50% der Marktanteile in der Welt. "Dann blieben wir stecken. Mein Problem war damals: Sollten wir die restlichen Marktanteile erobern, oder sollten wir daran gehen, dort, wo wir schon treue Kunden hatten, diesen ein immer differenzierteres Angebot für den Grundbedarf Reinigung zu liefern? Als ich aus Freudenstadt zurückkam, war mir klar: Wir tun beides. Ein erster Schritt war, das Firmenimage zu ändern. Es lautet seither ‘Kärcher Reinigung ist unsere Sache’."

Was hat das nun mit den Galapagos-Finken zu tun? Darwin, Theologe und Biologe, nahm 1832 -1837 an der

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Weltreise des englischen Vermessungsschiffes "Beagle" teil und gelangte auf den Galapagos-Inseln zu jenen Erfahrungen und Inspirationen, die ihn von der Abstammung sämtlicher Lebewesen und des Menschen von gemeinsamen Urvorfahren überzeugten, eine bereits vor ihm vertretene Theorie, der jedoch erst er durch umfangreiches Beweismaterial zum Durchbruch verhalf. Was ihn auf diesen so entlegenen vulkanischen Inseln in Staunen setzte, war die große Anzahl von verschiedenen Tierarten, die beinahe in Sichtweite voneinander auf den verschiedenen Inseln lebten. Jede der Inseln hatte ihre eigenen Schildkröten und Spottdrosseln, ihre eigenen Finken und auch ihre eigenen Pflanzen. In Auslegung der Bibel nahm man damals noch an, daß jede Pflanzen- oder Tierart das Ergebnis eines eigenen Schöpfungsaktes und etwas unveränderliches sei. Darwin fragte sich, warum sich gerade auf diesen kleinen nackten Inseln ein solcher "Betrag an schöpferischer Kraft" entfaltet habe? Über ganze Kontinente verbreitet lebten gleiche Tierarten, und hier hatte die Phantasie des Schöpfers auf ein paar aus dem Meer ragenden Lavahaufen immer wieder neue, anders aussehende Arten geschaffen. Warum zeigten diese Arten eine deutliche Verwandtschaft mit jenen des 900 km weit entfernten amerikanischen Festlandes - und nicht etwa mit jenen der Kapverdischen Inseln, die ebenfalls vulkanisch sind und ganz ebensolche Umweltbedingungen für Pflanzen und Tiere boten?

Besonders auffallend war das bei den Finken. Sämtliche Inseln waren von ihnen bevölkert: es hatten sich nicht weniger als 13 verschiedene Arten gebildet, von denen fast jede einen anders geformten Schnabel hatte und diesen auch anders verwendete. Einer der Finken bohrte Bäume an wie ein Specht. Ein anderer zeigte den großen kräftigen Schnabel eines Kernbeißers, der harte

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Samen aufknacken kann. Bei einem dritten glich der Schnabel dem eines Papageis, bei einem vierten dem eines Stars. Und ein fünfter hatte einen Schnabel, der so dünn war wie jener einer Grasmücke. - Was hier geschehen war, lag eigentlich auf der Hand. Irgendwann waren vom Festland Finken auf die Inseln verschlagen worden - vielleicht durch einen Sturm, und da sie hier kaum andere Vögel als Konkurrenz vorfanden, hatten sie sich auf besondere Formen des Nahrungserwerbes spezialisiert, die sonst anderen Vogelgruppen eigen waren - so etwa, wie ein Kaufmann, der daheim auf sein Gebiet eingeengt ist, in fremden noch unerschlossenen Ländern plötzlich Dutzende von Erwerbsmöglichkeiten sieht, die er ausnützen kann, weil kein Konkurrent ihn daran hindert. Daß bei den einzelnen Arten die Nachkommen nicht alle durchaus gleich sind, war Darwin bekannt, ebenso, daß manche neue Merkmale sich vererbten. Hier zeigte ihm die Natur gleichsam auf kleinstem Raum, wie es zu der großen Formenvielfalt der Tiere und Pflanzen auf unserem Planeten gekommen war. Erbliche Änderungen, die in einem bestimmten Bereich zu besseren Lebensbedingungen verhalfen, setzten sich ganz automatisch durch (Abb. 18). So entstanden immer neue "Arten" - und wurden verdrängt, wenn bessere entstanden. Darwin wurde klar, daß es somit durchaus möglich war, daß sämtliche auf unserem Planeten lebenden Organismen letztendlich von gleichen Urvorfahren abstammten ... einschließlich des Menschen.

Bei meinem Vortrag hatte ich ausführlich über die Darwin-Finken gesprochen, um zu zeigen, wie es die verfügbaren Nahrungsquellen und sonstigen Lebensbedingungen sind, die gleichsam darüber entscheiden, was sich erhalten und fortpflanzen kann. Die Natur züchtet so gleichsam selbst die Strukturen und Verhaltenssteue-

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Abb. 18: Erschließung von "Nischen". Bei Vögeln kommt es sehr auf die Form und Ausbildung des Schnabels an, um gewisser Beute in bestimmter Gegend habhaft zu werden. In der Bio-Soziologie hat man zahlreiche Untersuchungen angestellt, um über Kosten-Nutzen-Vergleiche die optimale Beute für einzelne Tierkonstruktionen zu ermitteln. Das Diagramm zeigt die für Bachstelzen bei der Wahl von Fliegen höchste Profitabilität in Hinblick auf Beutegröße und der zum Fang erforderlichen Zeit. - Bei diesen und anderen Versuchen zeigte sich deutlich, wie Tiere ihre Erwerbstätigkeit rationalisieren und wie über Strukturveränderungen neue Nischen erschlossen werden können. Nach J. R. Krebs und N. B. Davis 1978.

rungen, die für den jeweiligen Lebensraum am zweckmäßigsten sind. Und nicht anders ist es in der Wirtschaft. Auch hier legt der Bedarf fest, welche Anbieter eine Chance haben, zu bestehen - zu wachsen und sich zu vermehren.

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Roland Kamm sah in dem von Kärcher produzierten Hochdruckreiniger gleichsam den "Urfinken", der in neue Gebiete einbrach und sie eroberte. Hatte er dort jedoch "alles kahlgefressen", - also die Marktanteile weitgehend an sich gebracht -, dann stagnierte zwangsläufig die weitere Vermehrung - während es für "Finken mit etwas anderem Schnabel" noch nicht wahrgenommene Erwerbschancen gab. Reinigungsprobleme gab es noch und noch, die mit entsprechend abgewandelten Geräten und dem erworbenen Know how bestens gelöst werden konnten.

Man ging nun in die Landwirtschaft und informierte sich konkret, wie die Ställe und das Vieh gereinigt wurden. Die Bauern wiesen gern auf alle hier auftretenden Probleme hin, lieferten das notwendige "feed back". Man analysierte die diversen Probleme der Gebäudereinigung, der Reinigung von Textilflächen (Teppiche, Polstermöbel etc.) sowie die im Handwerk und in der Industrie auftretenden Reinigungsprobleme. Weiters analysierte man das gesamte Transportwesen: vom Fahrrad bis zum Traktor, von Fuhrunternehmen bis zum Wohnomnibus. In den Autohäusern stellte man fest, wieviele Arten von Reinigungsprozessen dort anfielen - und stellte fest, daß man von diesen über 70% übernehmen, also "im Paket anbieten konnte". Kärcher entwickelte in der Folge über 300 Varianten von Reinigungsgeräten, die ebenso verschiedenen Anforderungen angepaßt waren, wie die Darwin-Finken verschiedenen Lebensbereichen. "In Ländern, wo wir schon treue Kunden hatten, wo uns der Hochdruckreiniger, der Urfink, bereits den Weg geebnet hatte, stießen wir nun mit einem immer mehr differenzierten Angebot für den dort vorhandenen Grundbedarf Reinigung nach." Mein Heimatland stand sogar an erster Stelle. "In Österreich haben wir den

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größten Pro-Kopf-Umsatz erreicht - hier hat unser Fink die Schnäbel schon am feinsten entwickelt, dringt bereits in jede mögliche Ritze und Spalte vor." Inzwischen ist der Jahresumsatz weiter gestiegen und hat bei Fertigstellung dieses Buches bereits 575 Millionen überschritten.

Noch ein weiteres, recht ungewöhnliches Beispiel für Diversifizierung: Ein Lehrgangsteilnehmer erzählte Mewes von einem Kaffeeröster, der sich auf Großverbraucher, wie z. B. Kantinen, spezialisiert hatte. Durch Vertreter bot er Kaffee in 5-Kilo-Packungen an - anfangs mit großem Erfolg, dann aber wurde die Konkurrenz härter, so daß die Vertreter Packungen auch einzeln verkaufen mußten. Bei der Provision von 3,50 DM je Packung wurde es für sie zunehmend schwieriger, ein auskömmliches Einkommen zu erzielen - und für den Kaffeeröster wurde es schwieriger, geeignete Vertreter zu finden.

.Mewes: "Aber dann begann der Kaffeelieferant sich nicht länger als Lieferant eines Produktes, sondern als Löser eines Problems einer bestimmten Zielgruppe zu verstehen: nicht länger als Lieferant von Kaffeesubstanz, sondern als Löser der mit dem Kaffeetrinken in den Betrieben verbundenen Probleme. Damit erst trat die Problematik der betrieblichen Kaffeekocherei voll in seinen Blick: die verstohlenen Heizplatten, das unabgewaschene Geschirr, die zerbeulten Töpfe, die verlorene Arbeitszeit, die Kaffeeflecken, der Streit - und nicht zu vergessen: die trüben Brühen, die man mancherorts Kaffee nennt."

Um diesem Übel abzuhelfen, suchte der Mann nach einer Kaffeemaschine, die für diese speziellen Verhältnisse besonders geeignet war, und verkaufte nicht länger nur Kaffee, sondern auch die für diese Zielgruppe opti-

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mal geeignete Kaffeemaschine. Da solche Maschinen verschmutzen und verkalken, kam er darauf, eine regelmäßige Wartung zu organisieren, und der sich so ergebende Kontakt machte ihn darauf aufmerksam, daß das Personal für die Kaffeeausgabe immer teuerer wurde - und daß unbeaufsichtigte Kaffeeausgabe zu Verschwendung führt. "Die Lösung fand er in Münzautomaten, die nun wieder das Problem der Finanzierung mit sich brachten ... -"

Endpunkt dieser Entwicklung war, daß der einstige Kaffeeröster in der Folge nicht nur Kaffeemaschinen, Münzautomaten, den entsprechenden Service, Kaffee, Tee, Mineralwasser, Cola und andere Erfrischungsgetränke lieferte, sondern auch Einmalgeschirr, fertige Kaffeeküchen-Einrichtungen, Abfalleimer, Abfallbeseitigung etc. Und zwar jeweils auf die speziellen Verhältnisse des jeweiligen Betriebes ausgerichtet. "Wer sich als Unternehmer in diesem Fach betätigen will, braucht nur noch eine Ecke bereitzustellen und die monatlichen Rechnungen zu bezahlen: alle übrigen, mit der Kaffeeversorgung zusammenhängenden Probleme ist er los. Und zwar überzeugend besser und billiger, als er sie selbst lösen könnte." Der einstige Kaffeeröster ließ so die Sorgen des immer heftiger werdenden Konkurrenzkampfes hinter sich, setzte nun im Durchschnitt jährlich 1800 DM pro bedienten Betrieb um, wobei ihm durchschnittlich jeder neu gewonnene Kunde 4,5 Jahre treu blieb. Für diese ergab sich außerdem der Vorteil, daß der Kaffee und die übrigen Waren frischer, der Service zuverlässiger, die Kunden zufriedener und die Mitarbeiterprobleme geringer wurden. "Seine Vertreter erhalten für das Werben eines neuen Betriebes 400 DM als einmalige Provision. Die so entstehende Belastung des Umsatzes hat sich auf die Hälfte vermindert und trotzdem verdienen die Ver-

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treter besser - durchschnittlich 5000 DM im Monat. Der Abnehmer fühlt sich in seinen Entscheidungen frei, aber in Wirklichkeit ist er gebundener als früher, weil er dieses Problem nun einmal hat und von niemand anders ebensogut gelöst bekommt."

Eine Schule, die zu solchen Berufsarten führt, gibt es bis heute noch nicht. Handelt es sich hier um eine extreme Diversifikation von Leistungen? Sieht man die Situation vom Bedarf her, dann wird diesem - "im Paket" - eine Vielheit zusammengehörender Leistungen abgenommen, die Lösung der meisten seiner Probleme verkauft. Ein solcher Übergang vom Verkaufen bestimmter Waren und Diensten auf jenen von Problemlösungen bedeutet eine erhebliche strukturelle Veränderung. Kaufte früher der Besitzer eines Gartens die Samen in der Samenhandlung, die Gartenstühle in einem Möbelgeschäft, die Gartenwerkzeuge in einer Eisenhandlung usw., so bieten heute schon Geschäfte unter dem Motto "Alles für den Garten" all das an, was in diesem Bereich allenfalls benötigt wird. Dem Kunden werden Wege erspart und es wird ihm erleichtert, Entscheidungen zu treffen. An die Stelle des vom Material her diktierten Sortiments tritt ein "kundenorientiertes Sortiment", das darauf abzielt, möglichst umfassende Problemlösungen zu bieten.

Nixdorf bietet längst nicht nur Hardware und Software an, sondern ging dazu über, für den einzelnen Kunden die für ihn bestgeeignete Software "maßzuschneidern", ihn im bestmöglichen Einsatz zu unterweisen, in Finanzierungsfragen zu beraten - und ihm auch die für die neue Technik bestgeeigneten Möbel zu liefern. Im Bankenwesen bedeutet der Einsatz des Computers eine so entscheidende Veränderung der Abläufe und Funktionszusammenlegungen, daß es bestimmt nicht lange dauern wird,

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bis Computerhersteller auch den architektonischen Entwurf für die Konzeption neuer Banken liefern. Das bedeutet dann aber nicht, daß eine Computerfirma sich höchst kurios diversifiziert, indem sie nun auch eine Möbeltischlerei und ein Architekturbüro aufmacht. Sondern sie bemüht sich, dem Kunden gleich auch zweckdienliche Zusatzleistungen zu vermitteln, welche innere Reibungen beseitigen und der gelieferten Anlage zu einem möglichst optimalen Einsatz verhelfen. Geht man in einen der Schweizer "Migros-Supermärkte", dann steht man vor einer extremem Diversifikation, die aber gleichzeitig eine höchst perfekte Spezialisierung auf Kundenwünsche darstellt. Viele Kleinbetriebe werden dadurch betroffen, können aber mit solchen Giganten in eine für sie günstige Symbiose treten, weil der Supermarkt ja gute Zulieferer benötigt, oder weiterbestehen, indem sie sich auf Kunden mit "höheren Ansprüchen" ausrichten, die nur manches oder - aus Prestigegründen - gar nichts im Supermarkt kaufen. In den USA wurde es zum erfolgreichen Geschäft, schlechtgehende Firmen aufzukaufen, ihr Management und ihre Ausrichtung zu verbessern, sie so zu sanieren und dann mit Profit zu verkaufen. Betrachtet man die Verschiedenheit der sanierten Firmen, dann sieht das nach extremer Diversifizierung und Verzettelung aus. Doch auch hier ist es in Wahrheit eine erhöhte Spezialisierung: eben auf einen bestimmten zentralen Teil all dieser Firmen, dessen Funktion mangelhaft ist, und nach grundsätzlich gleichen Erfahrungen und Richtlinien erneuert wird.

Bei der Evolution der Pflanzen und Tiere haben ähnliche Verbindungen und Verflechtungen ebenfalls eine wichtige Rolle gespielt. Bei den schon erwähnten "Verdauungshelfern", die nicht nur Termiten sondern auch sehr vielen anderen Tieren (etwa unseren Rindern), ent-

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scheidend bei der Aufschließung der Nahrung helfen, ist das Größenverhältnis ähnlich wie zwischen einem Zulieferer und einem Supermarkt. In beiden Fällen wird ein Organismus - ob in seinem Körper oder von diesem getrennt tätig - zum wesentlichen Bestandteil eines anderen, verhilft ihm zur Erschließung von neuen Erwerbsquellen, was man als "Diversifizierung" auffassen kann. Die für Vielzeller so ungemein wichtigen Zellorgane: "Plastiden" (die den Pflanzen zur Photosynthese verhelfen), und die "Mitochondrien" (welche bei Tieren die eigentliche Dienstbarmachung der vereinnahmten Energie bewerkstelligen) entstanden, wie heute angenommen wird, aus Parasiten oder Symbionten, die in Zellen einwanderten ... und dort im Lauf der Zeit zu Organen wurden. Man schließt das daraus, daß diese "Organellen" ihren eigenen Fortpflanzungsmechanismus haben, der von jenem der Zellteilung unabhängig ist. Es sind hochspezialisierte Einheiten, die ähnlich einem von außen eingebrachten Management Grundlage für sehr viele Diversifizierungen werden konnten - oder, anders betrachtet, ähnlich den von Nixdorf einer Bank gelieferten Möbeln, das Ergebnis einer Diversifizierung sind, die zu gesteigerter Spezialisierung verhilft.

Die von Herrn Kamm angewandte Unternehmensstrategie dürfte auch in jeder Sparte von Berufstätigkeit gleichermaßen anwendbar sein. Als erstes kommt es darauf an, über praktische Erfahrungen zu sich selbst und seinen Absichten zu finden. Eine zu frühe Festlegung hat schon vielen in ihrem Leben nachhaltig geschadet. Diesem Umstand sollten sowohl Erziehung als auch das Bildungswesen Rechnung tragen. Erst wenn man einen entsprechenden Überblick gewonnen hat und daraufhin zu einer Entscheidung kommt, wird es zweckmäßig, sich auf einen engeren Bereich zu spezialisieren - wobei

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die in der 3. Konsequenz erwähnten Grundschritte die richtige Zielfindung fördern. Um im Konkurrenzkampf bestehen zu können, ist es dann wichtig, haupt- oder auch nebenberuflich in einer erfolgsversprechenden Sparte möglichst umfassende Erfahrungen und Fähigkeiten zu sammeln - wie Kärcher beim Hochdruckreiniger. Erst wenn ein Durchbruch erzielt und ein entsprechendes "Image" aufgebaut ist, wird als dritter Schritt ein Auffächern des Leistungsangebotes zweckmäßig, wobei man jedoch, wie Mewes sehr richtig hervorhebt, den Rahmen des vorliegenden Grundproblems nicht überschreiten soll. Selbstredend verläuft nicht jede Entwicklung so glatt. Oft sind radikale Kursänderungen, verbunden mit neuen Spezialisierungen und anschließenden Auffächerungen sinnvoll. Auch die Abstimmung zwischen Beruf und Privatleben - auf die wir noch zurückkommen - spielt hier ebenfalls eine entscheidende Rolle.

Alle diese Gesichtspunkte spielen ebensogut beim berufstätigen Einzelmenschen wie auch in Unternehmen eine wichtige Rolle. Was die Größe von Unternehmen betrifft, so war es bisher so, daß die großen in der Massenproduktion und Forschung Vorrang hatten, während bei den kleineren die höhere Flexibilität und Anpassung an Einzelwünsche ein Vorteil ist. Daraus ergaben sich vielfache Möglichkeiten der Symbiose in Teilbereichen. So konnten etwa spezialisierte Kleinbetriebe mit Autokonzernen kooperieren, indem sie die Autos dem besonderen Bedarf einzelner Berufsgruppen (Arzt, Filmproduzent, Schreiner etc.) anpaßten. Beiden Seiten ist in solchem Fall gedient. Dem Autohersteller wäre es nicht möglich, sich mit solchen Einzelwünschen abzugeben - während sie die Palette seines Angebotes bereichern. Der Kleinbetrieb, der für solche Anpassungen einen ange-

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messenen Preis verlangen kann, hat so wiederum eine gesicherte Existenzbasis. Auch Kleinstbetriebe, oft nur aus einer Person bestehend, entwickelten sich, die über kaum irgendwelche eigene Produktionsmittel verfügen und sich in blitzschneller Anpassung an neuauftauchende Marktwünsche und Problemlösungen kurzfristig die nötigen Partner und Zulieferer suchen, und so nur noch ein höchst adaptives Erwerbsgefüge darstellen. Gerd Häuser, dessen Produktion von Lammfellmänteln beschrieben wurde, ist dafür ein Beispiel. Durch den Computer werden nun aber diese Grenzen der Vorteile von großen und kleinen Unternehmen zunehmend verwischt.

Mit CAD und CAM (Computer Aided Design und Computer Aided Manufacturing) wurde eine neue Strategie eingeleitet, die es durch "flexible Automation" auch Großunternehmen ermöglicht, problemlos in bisher für sie unzugängliche Marktnischen einzudringen. In der Maschinen- und der Metallwarenindustrie, in der Elektrobranche und in der holzverarbeitenden Industrie werden solche "computerunterstützte Fertigungssysteme" eingesetzt und steigern dort die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Trotzdem gilt auch hier die OBS-Konsequenz, daß sowohl Spezialisieren als auch Diversifizieren wichtig ist - zur richtigen Zeit.

Inwiefern beeinflußt nun der Psychosplit diese für jede Erwerbsform so wichtige Polarisierung -?

Es genügt,. einen Blick auf die Speisekarte in einem Restaurant zu werfen, um uns zu zeigen, daß wir von Vorfahren abstammen, die sowohl auf tierische, als auch auf pflanzliche Kost ausgerichtet waren - von "Allesfressern" also in biologischer Diktion, und nicht etwa von Spezialisten wie etwa die Stechmücke oder ein Parasit. Das ist auch ein Grund dafür, daß so verschiedene Nah-

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rung uns schmeckt - und daß unsere "Kultur" im gastronomischen Bereich darin besteht, durch entsprechende Zubereitung und Würzung die "Genüsse des Gaumens" zu steigern und immer raffinierter zu gestalten. Daß wir in Gemeinschaft essen, ist eine Besonderheit, die unsere Anlage zur "Geselligkeit" unterstreicht - und außerdem zeigt, daß wir auch beim Genuß zur "Diversifizierung" neigen. Wir verbinden mit der Nahrungsaufnahme das Beisammensein mit Freunden, das anregende Gespräch, den Flirt, musikalische Untermalung - bei orientalischen Festmählern auch noch Tanzvorführungen und manches andere.

Wenn uns also der Psychosplit zum Halben Räuber macht, indem die indirekte Basis für unsere Ernährung - der Kunde, der Arbeitgeber und ganz allgemein das zu erwerbende Geld - in uns automatisch die angeborenen Raubinstinkte wachruft, so übertrug sich dies auch auf jenes Verhalten, das uns die Steigerung angenehmer Empfindungen erweckt - und im Beruf die Neigung zur "Verzettelung". Eine Rolle spielt hier auch der beim Menschen besonders ausgeprägte Neugiertrieb, der für die Herstellung und Erprobung von "zusätzlichen Organen" so überaus wichtig war. Er ist der Motor unseres besonderen Interesses an Neuigkeit (Zeitung, Radio, Fernsehen usw.), an neuen Erlebnissen (Tourismus, Polygamie), am Erwerb neuer körperlicher Fähigkeiten (Ausübung von Sport und Hobbies).

Wenn somit die EKS die für das Berufsleben und für Unternehmen so wichtige Spezialisierung immer wieder in den Vordergrund stellt, dann ist das von der OBS her beurteilt, durchaus berechtigt und auf Grund des Psychosplits verständlich. Auf Grund unserer erblichen Ausstattung ist im menschlichen Verhalten eine deutliche Tendenz nachweisbar, nicht genug konsequent an

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einer Sache zu arbeiten, sondern sich durch angeborene Impulse oder Umwelteindrücke ablenken zu lassen. Das Phänomen der "fixen Idee", der zielhaften Ausrichtung mancher Menschen auf Tätigkeitsbereiche, "die nichts einbringen", mag eine weit jüngere Anpassung sein, die erst seit der Menschwerdung und der Herstellung von "zusätzlichen Organen" aktuell wurde. Bei Affen oder anderen höheren Säugern können wir nichts ähnliches beobachten. Hier zeigt sich eine bereits in unser Erbgut eingegangene Tendenz, die ebenso wie andere Instinktausrichtungen bei manchen Individuen hypertrophiert, also übernormal ausgebildet ist, was dann dazu führt, sich extrem auf einzelne Probleme auszurichten, die unter Umständen erst lange nach dem Tod von anderen verstanden, aufgegriffen und so für die Menschheit zu neuen Fortschritten werden.

Zu den Galapagos-Finken und der Entwicklung der Firma Kärcher seien noch zwei interessante Fakten angefügt.

Als Kuriosum erzählte mir Herr Kamm, daß der Hochdruckreiniger, mit dem man nun auch die USA erobert, bereits 1925 als "Dampfstrahlreiniger" in den USA erfunden wurde. Nach dem Krieg hatte die US-Besatzungsmacht im Stuttgarter Raum auch einige dieser, damals in Europa noch absolut unbekannter Geräte unter ihrer Ausrüstung: einige mußten repariert werden ... und so gelangten sie zu Kärcher. Dabei stellte damals Ing. Kärcher fest, daß man diese eigentlich viel besser bauen könnte. "Und so kam es, daß 1950 hier in Europa der erste Hochdruckreiniger entstand - und wir haben dann mit schwäbischer Gründlichkeit und Fleiß dieses System perfektioniert und konnten durch die schönen Umsatzsteigerungen das Preis-Leistungs-Verhältnis von Jahr zu Jahr verbessern. Mit dieser Waffe, mit

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diesem Finken, sind wir nun ins Heimatland der Hochdruckreiniger, von wo er eigentlich herkam, zurückgekehrt. Die Technologie ist dort überhaupt nicht weitergegangen: Die haben nach wie vor mit einem Drittel der Leistung gearbeitet und mit dem doppelten Preis. Wir mußten uns natürlich erst hart durchsetzen, wir waren ja unbekannt - und der Hochdruckreiniger hatte ein ganz schlechtes Image. Aber mit Garantie- und Wartungsverträgen und sonstigem haben wir uns inzwischen auch dort das Vertrauen erobert. Wo wir antreten, sind wir in kürzester Zeit Nr. 1."

Auch bei der Evolution der Tiere und Pflanzen gab es - wie schon erwähnt - viele Umwege. Neben der Entstehung der Schwimmblase aus der Urlunge von landerobernden Fischen ist ein weiterer die Entstehung der für unseren musikalischen Kunstgenuß so überaus wichtigen Gehörknöchelchen im Innenohr (Hammer, Amboß, Steigbügel), die sich aus den für Landwirbeltiere überflüssigen und sich rückentwickelnden Kiemenbögen der Urfische entwickelt haben43.

Was die Galapagos-Finken betrifft, so entging Darwin eine Besonderheit beim Spechtfinken Cactospiza pallida, die erst im Anschluß an unsere Unterwasserexpedition zu diesen Inseln von Eibl-Eibesfeldt und Kurt Sielmann näher studiert wurde. In seinem "Grundriß der vergleichenden Verhaltensforschung" schreibt Eibl-Eibesfeldt. "Mit seinem kräftigen Schnabel reißt er die Rinde von den Zweigen und öffnet die Bohrgänge von Insektenlarven. Es fehlt ihm aber die lange Zunge, mit der unsere Kleinspechte anschließend die Insekten aus den Gängen holen. Er löst das Problem, indem er sich eines Werkzeuges bedient. Hat er einen Bohrgang geöffnet, dann sucht er sich einen Kaktusstachel, nimmt diesen der Länge nach in den Schnabel und stochert das

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Insekt heraus. Er kann auch dünne Zweiglein zurechtbrechen, sich also das Werkzeug gewissermaßen selbst herstellen."44

Sind nun dieser Stachel oder dieses dem Verwendungszweck angepaßte Zweiglein für die Zeit, da der Spechtfink sie benützt, von ihm bereits verwendete "zusätzliche Organe" - ? Ist das Netz der Spinne, das aus körpereigener Abscheidung gebildet, jedoch nicht mit ihrem Körper fest verbunden ist, für sie nicht ebenfalls ein entscheidend wichtiges, künstlich gefertigtes Organ des Beuteerwerbes - ? Ist der von Bibern geschaffene Damm für Aufstauung des Wassers und der Termitenbau, als Schutzorgan dieses Staatswesens, etwas nicht zu diesen Tieren gehörendes, weil es nicht mit ihrem Körper verwachsen ist, nicht aus Zellen besteht - ? Und gilt nicht für das Vogelnest, als entscheidend wichtiges Organ der Brutpflege, das gleiche - ?

Die Bildung solcher zusätzlichen Organe bei Tieren beruht auf der Ausbildung erblicher Verhaltenssteuerungen - während sich der Mensch auf Grund seines besseren Überblickes über Ursachen und Wirkungen solche "Erweiterungen seines Körpers" selbst zielhaft anfertigt. In starker Abstraktion ist jede Berufsstruktur und jedes Unternehmen eine Art von Spinnennetz, das gebildet wird, um an Nahrung, an die so entscheidend wichtige Energie zu gelangen. Die Spinne erwirbt Nahrung über einen räuberischen Akt - der in der Wirtschaft tätige Mensch über Tauschakte. Inwiefern es bei diesen Vorgängen zweckmäßig ist, sich zu spezialisieren oder zu diversifizieren, hängt von der jeweiligen raum-zeitlichen Situation ab. Auf Grund des Psychosplits werden wir eher dazu verleitet, uns auf verschiedene Tätigkeiten auszurichten, um im ebenfalls erbbedingten Streben nach Sicherheit lieber auf "mehreren Beinen zu stehen".

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Zweckmäßiger ist indessen, erst an einem engen Punkt die Front der Konkurrenten zu durchbrechen, sich dort Vertrauen und Kundentreue zu erobern, und so die Basis für ein mehr diversifiziertes Angebot zur besseren Problemlösung der Kunden zu schaffen.
 
 

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