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Schlußfolgerung:

Durch Bewältigung des Psychosplits
lassen sich Erfolg und Lebensqualität
steigern

 
 
 
Wenn in der ersten Prämisse auf die Bedeutung der Energie im gesamten Lebensgeschehen hingewiesen wurde, dann hatte dies den Grund, die materielle Seite der diesen gewaltigen Vorgang fortsetzenden Strukturen etwas in den Hintergrund treten zu lassen. Leben ist ein Bewegungsvorgang. Über die Organe der Lebewesen gelangt Energie zu sehr verschiedenen und differenzierten Leistungen. Da die Vereinnahmung und Dienstbarmachung von Energie meist zahlreiche Umwandlungen erfordert, bei denen stets Kraft verloren geht, ist allen Lebewesen gemeinsam, daß sie weit mehr "Rohenergie" aus der Umwelt gewinnen und in ihren Dienst zwingen müssen, als die einzelnen benötigten Leistungen (Funktionen) letztlich an "Nutzenergie" verbrauchen. Sie sind somit alle in besonderem Maß auf eine im Durchschnitt äußerst positive Energiebilanz angewiesen.

Für die Pflanzen sind Lichtstrahlen der Sonne die Energiequelle, ihre körperliche Ausbildung zeigt deutlich die Anpassung an diese Erwerbsart. Das gleiche gilt für die Tiere, deren Erwerbsform darin besteht, andere Lebewesen oder Teile von diesen in ihre Gewalt zu bringen und die in der molekularen Struktur enthaltene chemische Bindungsenergie - umgewandelte Sonnenenergie - freizusetzen und zu selbstbenötigten Funktio-

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nen zu veranlassen. Eine der für diese räuberische Erwerbsart notwendigen Anpassungen sind aus Nervenzellen gebildete Strukturen, welche den Beuteerwerb steuern. Sie geben dem Tier Kommandos für diese Tätigkeit und lassen es an Schlüsselreizen seine Beute - seine Energiequelle - erkennen. Sie lösen dann entsprechende Bewegungsvorgänge des Körpers aus, um der Beute habhaft zu werden, sie zu vereinnahmen und die in ihren Molekülen enthaltene Energie sowie brauchbare Stoffe zu gewinnen.

Erst gab es über 3500 Millionen Jahre Lebewesen nur im Meer und in sonstigen Gewässern, dann gelangten einige zur Fähigkeit, auch das trockene Land zu besiedeln. Weitere Leistungssteigerungen fanden statt - und schließlich, vor erst 2 Millionen Jahren, entstand auch ein Lebewesen mit besonders hoch entwickeltem Nervensystem: der Mensch. Während bis dahin alle Tiere und Pflanzen die für sie nötigen Organe aus Zellen bildeten, vermochte dieses besondere Lebewesen direkt aus Umweltmaterial zusätzliche Organe zu formen, wodurch es seine Leistungsfähigkeit in mannigfacher Weise steigern konnte. Mehr als das: Als weitere Leistung seines Gehirnes gelangte der Mensch zur Fähigkeit sprachlicher Verständigung, und konnte so die Anweisungen, wie diese zusätzlichen Organe zu bilden und zu steuern sind, an Nachkommen weitergehen. Die Ablegbarkeit der zusätzlichen Organe machte ihn zu einem Meister in vielseitiger Spezialisation.

Die angeborenen Instinktsteuerungen und die über Sprache weitergegebenen erworbenen Steuerungen ergänzten sich zunächst auf das beste. Allen Haupttrieben - Nahrungserwerb, Schutz vor Raubfeinden, Fortpflanzung und Gemeinschaftsbildung - konnte mit Hilfe der zusätzlichen Organe und zusätzlichen Steuerungen

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noch weit besser entsprochen werden. Das Lebewesen Mensch wurde so allen übrigen außerordentlich überlegen und spezialisierte sich auf immer neue Tätigkeiten. Dabei entwickelte sich auch eine neue - dritte - Form des Energieerwerbes. Während Pflanzen die in Gestalt von Lichtstrahlen zu ihnen gelangende Energie gleichsam einfangen und die Tiere räuberisch Energie erbeuten, gelangte der Mensch in seßhaften Gemeinschaften dahin, Energie im Tauschweg zu erwerben. Die dafür notwendige Strategie war von der bisherigen, über Raub, nicht weniger verschieden, als jene der Tiere von jener der Pflanzen. Auch diese Neuanpassung gelang - jedoch nur zum Teil. Wie schon häufig im Verlauf der Evolution schufen Neuerungen, die wesentliche Leistungssteigerungen brachten, gleichzeitig auch neue Probleme. Ein sich bisher bewährender Mechanismus - jener der Konditionierung - bewirkte, daß die bisherigen, für Rauberwerb zweckmäßigen Leitlinien durch die neue Energiequelle "Tauschpartner" aktiviert wurden, obwohl sie sich für die neue Erwerbsart nur beschränkt eigneten. Die menschliche Intelligenz, die den technischen Fortschritt, also die Bildung von zusätzlichen Organen, so außerordentlich vorangetrieben und sich bei der Verbesserung der Erwerbsform über Raub so entscheidend bewährt hatte, wurde bei dieser neuen Aufgabe plötzlich behindert. Sie wurde durch die nicht mehr zeitgemäßen, inneren Weisungen, die den nun zielführenden Strategien teilweise diametral zuwiderliefen, gleichsam paralisiert, verwirrt und in falsche Geleise gezwungen. So entfaltete sich der Erwerb über Tauschakte nach der nicht mehr zuständigen Raubstrategie, führte auch so zu Gewinnen und Fortschritten - jedoch nicht in dem Maß, wie an sich möglich war.

Durch diesen inneren Steuerungskonflikt, den

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"Psychosplit", blieb die evolutive Entwicklung gleichsam stecken - was nicht nur den Erwerbsbereich sondern das gesamte menschliche Zusammenleben entscheidend traf. In der auf Steigerung von Annehmlichkeit und aktive Lebensgestaltung ausgerichteten "kulturellen Evolution" kam überall Sand ins Getriebe, weil bei jedem Zusammenwirken und Leistungstausch der auf andere Angewiesene ganz automatisch zur "Beute" im Sinne von Raubverhalten wurde. Die sozialen Triebe und Morallehren, die das Zusammenleben steuerten, reichten nicht aus, diesem stärksten aller tierischen Instinkte, dem Nahrungstrieb, paroli zu bieten. Der bei dem Tauschvorgang so äußerst nützliche Universalvermittler Geld verstärkte noch - wiederum durch die Mechanik der Konditionierung - diese negative, den menschlichen Fortschritt behindernde Tendenz. - Das ist, nochmals kurz zusammengefaßt, die Behauptung meiner Beweisführung, die nun ganz automatisch zur Frage führt: Wenn dies wirklich stimmt, was läßt sich dann tun? Ist es möglich, diese von innen her bewirkte Blockade zu beseitigen - und wie ist dabei vorzugehen? Die Lebensentwicklung, ein Phänomen, bei dem sich Energie über dafür geeignete materielle Strukturen gleichsam potenziert und in höchst sublime Leistungen auffächert, gelangte über den Menschen, nach der Entwicklung der Einzeller und der Vielzeller, in eine dritte ganz außerordentlich expandierende Entfaltungsperiode - jedoch über eine sich ergebende neue Form des Energieerwerbes sehr bald auch an eine höchst gravierende Barriere. Durch das innere Krebsgeschwür "Psychosplit" und den inzwischen erreichten technischen Fortschritt besteht die deutlich näherrückende Möglichkeit einer Selbstzerstörung nicht nur der Menschheit sondern der gesamten Lebensentfaltung.

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Läßt sich der Psychosplit beeinflussen? Läßt sich dieser psychische Defekt irgendwie abbauen, neutralisieren oder ganz beseitigen?

Analysieren wir etwa die Vorgänge in Ortschaften oder kleineren Städten der marktwirtschaftlich orientierten "freien" Welt, dann zeigt sich, daß dort dem Halben Räuber enge Grenzen gesetzt sind. Und zwar durch das Korrektiv einer weitgehend transparenten Gesellschaft. Verkauft hier etwa ein Gemüsehändler schlechte Ware oder gute zu überhöhtem Preis, dann wird er nicht lange bestehen können. Die Kundschaft wird dafür sorgen. Sie wird zu einem Konkurrenten abwandern, der sich mehr tauschgerecht verhält. Ist er der Einzige im Ort, dann entsteht geradezu ein Sog zur Etablierung eines anderen, besseren. Der schlechte Anbieter wird bald von der Bildfläche verschwinden. Der Vorgang entspricht durchaus der "Natürlichen Auslese des besser Geeigneten", der bei den Pflanzen und Tieren jenen Arten den Vorzug einräumt, die besser Energie erwerben können und auch allen sonstigen für ihre Lebensform relevanten Umweltbedingungen besser angepaßt sind.

Die Urgemeinschaften des Menschen waren, als sie seßhaft wurden, noch recht klein und transparent. Trotzdem wäre es falsch zu glauben, daß damals dem Psychosplit schon gleich bei seinem ersten Auftreten das Handwerk gelegt war. Wie schon an früherer Stelle angedeutet, waren zunächst Schutz vor anderen Menschengruppen und dann der Besitz von Grund und Boden wirksame Faktoren, die eine "freie Wirtschaft" im heutigen Sinne unmöglich machten. Die jeweiligen Herrscher und herrschenden Klassen steuerten Angebot und Nachfrage - kassierten den Hauptteil der von der Gemeinschaft - und innerhalb der Gemeinschaft - erzielten Gewinne. Immerhin jedoch zeigte sich wohl schon damals - wie

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heute noch in überschaubaren Siedlungen der marktwirtschaftlichen Länder, daß die üblen Auswirkungen des Psychosplits überwunden werden können, indem man die nicht mehr zielführenden Steuerungen mehr oder minder gewaltsam unterdrückt. Nur die wenigsten durch solches Korrektiv der Gemeinschaft in Schach gehaltenen verhielten sich dann wirklich "kundenorientiert". Nur gelegentlich wird es wohl beim einen oder anderen zur Erkenntnis gekommen sein, daß er besser fährt, wenn er nicht an den eigenen Vorteil sondern an jenen von anderen denkt. Dazu war der Räuber, auch traditionell, noch zu tief in ihm verankert. Immerhin zeigt schon dieser Zusammenhang, daß der Psychosplit keine unheilbare Seuche ist, sondern sehr wohl in seinen Auswirkungen gebremst werden kann.

Wenn wir über eine lange Zeitspanne hinwegspringen - denn in dieser Schrift soll uns ja in erster Linie die heutige Situation und ihre bessere Bewältigung beschäftigen und nicht die so verworrene Geschichte der menschlichen Wirtschaft -, dann gelangen wir in jene Zeit, da sich die Verkehrsmittel verbesserten, da gewerblicher und technischer Fortschritt sich in immer steilerer Aufwärtsentwicklung entfalteten, und Händler die immer zahlreicheren und immer mehr leistungssteigernden Werkzeuge, Waffen und sonst dienlichen Produkte in immer weitere Gebiete verbreiteten. Dies war eine Blütezeit des Halben Räubers, der nun in vielen Bereichen mit großem Erfolg über Raubstrategien Tauschhandel betrieb. Da große Knappheit an "Gütern" und starker Bedarf an Kapital zur Erstellung größerer Produktionsstätten bestand, brachten Produktion und Handel reichen Ertrag - der allerdings durch entsprechend organisierte "Ganze Räuber" entsprechend ins Visier genommen und geplündert wurde. Immerhin hin-

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terließ diese Handelsaktivität trotz der damals erzielten großen Erwerbsspannen keine besonderen Tränen, denn sie brachte ja Benötigtes, Neues, Nützliches - und viel von dem so zusammengetragenen Kapital diente weiteren, für viele durchaus nützlichen Investitionen. Eine "Orientierung an den Interessen des Kunden" entwickelte sich wohl nur gelegentlich, doch de facto wurde der Fortschritt so vorangetrieben.

Und nun machen wir noch einen weiteren großen Sprung in unsere Zeit einer hochindustrialisierten Entwicklung, da über Telephon, Radio, Fernsehen und immer schnellere und bessere Verkehrsmittel die gesamte Erde - wie Marshall McLuhan so richtig sagte - wieder "zum, großen Dorf wird": wo man immer genauer weiß, was überall geschieht. Diese Entwicklung brachte eine Informationsflut mit sich, in welcher jeder einzelne und besonders der Fachwissenschaftler geradezu ertrinkt. Also sollte man meinen, daß - so wie in Schuberts schönem Lied vom Angler, der bei trübem Wasser leichter die Forelle überlistet - die Wirtschaftsräume immer intransparenter werden, was dem Halben Räuber sein Handwerk noch erleichtert. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Gerade diese Entwicklung führte zu einer Spezialisierung der weltenweiten Anbieter auf immer engere Zielgruppen - so daß die für den einzelnen immer unüberschaubarere Welt für den über Tauschakte Erwerbenden zunehmend transparenter wird. Durch Fachzeitschriften, persönliche Information, Marktforschung und nicht zuletzt durch den Computer ist man in der Wirtschaft immer besser über die internationale Angebots- und Nachfragesituation im Bilde. So tritt - ähnlich wie im kleinen Dorf - das Korrektiv der Gemeinschaft wieder in Erscheinung. Dies zeigt sich darin, daß auch weltumspannende Konzerne sich immer mehr auf Qua-

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lität und "Kundennähe" ausrichten und sich darum bemühen, "optimale Problemlöser" für ihre Zielgruppen zu sein. Und zwar vollzieht sich dies nicht nur eben auf Grund eines Druckes von Außen - also einer Natürlichen Auslese, die den nicht "tauschgerecht" Erwerbenden im Wettbewerb zurückfallen läßt -, sondern auch zunehmend in der wachsenden Erkenntnis, daß man, um den eigenen Gewinn zu optimieren, sich um den Gewinn anderer bemühen muß.

Somit kann kein Zweifel daran bestehen, daß der Psychosplit, dieses bei jedem in der heutigen Wirtschaft Erwerbstätigen geradezu zwangsläufig auftretende Phänomen, über Einsicht in die ihn verursachenden genetischen Zusammenhänge, überwindbar ist - was in vielen Bereichen eine Verringerung "innerer Reibung" und eine beträchtliche Effizienzsteigerung der gesamtmenschlichen Entwicklung zur Folge haben kann. Die dafür notwendige Erwerbs- und Lebensausrichtung - nennen wir es "Strategie" - ist nicht, wie bei anderen wirtschaftlichen. Lehren, das Ergebnis einer bestimmten Meinung oder bestimmter Untersuchungen und Erfahrungen - sondern stützt sich auf einen konkreten, durchaus nachprüfbaren naturwissenschaftlichen Zusammenhang, aus dem sich auch die geeignete Taktik, dem Psychosplit und seinen Auswirkungen entgegenzutreten, ergibt. In der Forschung hat sich nicht selten gezeigt, daß schon die richtige Fragestellung genügt, um die Problemlösung zur Hälfte zu bewältigen. Auch hier mag das zutreffen, aber einfach ist dieses Problem bestimmt nicht.

Es beginnt schon mit der Schwierigkeit, die sich mit dem Wort "Räuber" verbindet. Es bezeichnet Ausüber einer gesetzlich verfolgten Tätigkeit, die in hohem Ausmaß ablehnenswert ist - während hier der Begriff im Sinne der tierischen Tätigkeit verstanden wird. Frißt

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eine Ziege Grashalme, dann tun diese uns kaum besonders leid, doch aus Sicht des Energieerwerbes ist der Vorgang klipp und klar "Raub". Ein anderes Lebewesen wird zum Teil oder zur Gänze gefressen. Struktur, die Energie enthält, wird ihm - man kann es nicht anders nennen -, "geraubt". Schlägt ein Löwe eine Gazelle, die sich nach Möglichkeit wehrt und jämmerlich schreit, dann ist er - nach menschlicher Beurteilung - nicht böse oder schlecht, vernichtet aber doch Leben, ebenso wie die Ziege. Die Steuerungen, die hier wie dort den Raubvorgang lenken, sind ebensowenig "gut" oder "böse" wie die Ziege selbst oder der Löwe selbst. Ihr Verhalten ist Teil der Natur, mag in uns Mitleid für die jeweilige Beute erwecken, wird aber von sämtlichen Morallehren akzeptiert. Wenn diese Steuerungen bei unseren Urvorfahren durch Intelligenzakte noch verbessert wurden ... war dies etwa schlecht? Sind etwa Ackerbau und Viehzucht amoralisch? Aus der dem Menschen eigenen egozentrischen Betrachtungsweise sind sie es nicht.

Der Übergang vom Erwerb über Raubakte zum Erwerb über Tauschakte war dann eine Neuerung von kosmischer Dimension. Seit mehr als 3 Milliarden Jahren hatte es, von unbedeutenden Ausnahmen abgesehen, nur eben den Energieerwerb der Pflanzen über Dienstbarmachung von Lichtenergie gegeben und den Energieerwerb der Tiere über Akte, die man nur eben als "Raub" bezeichnen kann. Nun kam es zum dritten Energieerwerb großen Ausmaßes: über Tausch. Wenn nun die angeborenen Steuerungen den Vorgang erschweren, dann ist das wiederum weder "gut" noch "böse". Und das Produkt des so in die Welt kommenden Steuerungskonfliktes - der "Halbe Räuber" - unterliegt erst recht nicht diesen Kriterien. Wie aber sollte man ihn sonst nennen? In genauer Definition ist er ein Organismus, der über

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Tausch Energie erwirbt, jedoch in seinem Verhalten noch von den Raubinstinkten der Vorfahren beeinflußt wird. Dies ist weder gut noch böse sondern einfach eine Tatsache. Und die Bezeichnung "halb" ist eine Vereinfachung und somit völlig ungenau. Mancher mag in seiner Praxis noch 90% Räuber sein, ein anderer nur 10%. Wesentlich ist: beide sind vom Psychosplit betroffen. Und Tatsache ist, daß beide von angeborenen Maximen beeinflußt sind, die eine Optimierung der neuen Erwerbsform beeinträchtigen.

Nur darum geht es. Es geht darum, bewußt zu machen, daß wir im Erwerb über Tausch durch obsolet gewordene Instinktsteuerungen daran gehindert werden, diesen perfekt zu betreiben. Die so entstehenden Einbußen, ob 10% oder 90%, sind eine beweisbare Tatsache. Sie sind Thema dieses Buches. Wenn wir uns mit ihnen befassen, ist es somit fehl am Platz, sich ihrer zu "schämen". Nur wenn wir sie nüchtern ins Visier nehmen, um sie zu beseitigen, können wir evolutiv vorwärtsschreiten. Nur so können wir - vielleicht - Probleme aus der Welt schaffen, die in der gesamten Geschichte immer wieder auftauchten und immenses Leid und immense Einbußen verursachten. Heute werden sie - wegen Geburtensteigerung und technischem Fortschritt - besonders kritisch.

Gegen die Bezeichnung "Psychosplit" kann man einwenden, daß es mit Einsetzen des menschlichen Intellekts - also bereits viel früher - zu einer doppelten Steuerung und somit zu einem "Split" kam. Fast jeder von uns erlebt täglich, daß uns angeborene Regungen mit der Vernunft kollidieren. Andererseits wurde bereits darauf hingewiesen, daß Intellekt und Instinktsteuerungen über die gesamten zwei Millionen Jahre, da unsere Vorfahren als Jäger und Sammler lebten, weitgehend

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zusammenarbeiteten und somit kein grundsätzlicher Konflikt verursacht wurde. Unsere technische Entfaltung kommt eigentlich erst in unserem Jahrhundert an Grenzen, wo man sich zu fragen beginnt, ob weiterer Fortschritt - Atomreaktoren, Überschallflugzeuge, Umweltzerstörung, Wegwerfgesellschaft und ähnliches - wirklich noch als sinnvoller Fortschritt bezeichnet werden kann. Kein anderer Konflikt, so will mir scheinen, wirkt sich jedoch auch nur annähernd so global und praktisch bei jedem heranwachsenden Menschen so negativ aus, wie das, was ich in Ermangelung eines besseren Wortes als "Psychosplit" benannt habe. Ebenso wie mit der Bezeichnung "Halber Räuber" ist auch mit "Psychosplit" nichts Negatives schlechthin gemeint, sondern eine unserer Entwicklung entgegenstehende Hürde.

Die zur Überwindung dieser Hürde geeignete Strategie nenne ich "OBS", als Abkürzung der englischen Bezeichnung "Optimal Bartering Strategy" und "Optimal Business Strategy" - was in glücklicher Weise den theoretischen Aspekt mit dem Praktischen verbindet31. Auch im Deutschen eignet sich diese Bezeichnung, indem sie als Abkürzung von "Optimale Berufsstrategie" und "Optimale Betriebsstrategie" gewertet werden kann. Es handelt sich dabei keineswegs um eine fix und fertig präsentierte Wirtschaftslehre, weit eher um ein auf Höherentwicklung gerichtetes Ziel. Ich glaube zwar bereits die wichtigsten Hinweise präsentieren zu können: dies ist Gegenstand des zweiten Teiles dieser Schrift. Um den Psychosplit zu überwinden, müssen jedoch die angeborenen Raubinstinkte der Tiere noch weit genauer untersucht werden. Je genauer wir wissen, welche falschen Ratschläge sie uns geben, umso besser können wir diesen begegnen.

Eine Schwierigkeit in meiner Darstellung ist auch das

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Problem, die Energiequelle, die über Tauschakte erschlossen wird, unmißverständlich und anschaulich zu bezeichnen. Beim tierischen Erwerb gibt es den vorzüglichen Ausdruck "Beute" oder "Nahrung". Beim Erwerb über den Verkauf benötigter Produkte oder Dienstleistungen sind dagegen eine Reihe von abgrenzenden Bezeichnungen in Verwendung. Bei Kaufvorgängen spricht man von "Kunde", "Zielgruppe" oder "Absatzmarkt". Bei Anstellungsverhältnissen ist die Energiequelle der "Arbeitgeber", also bei Dienstleistung für ein Unternehmen eben dieses Unternehmen, bei Dienstleistungen für den Staat eben der Staat. "Bedarfer" ist eine genaue Bezeichnung, doch als Wort sehr häßlich. "Nachfrager" ist vielleicht besser, denn Bedarf wird erst dann zur Energiequelle, wenn sich mit ihm verfügbare Tauschwerte verbinden - in erster Linie Geld - sowie außerdem der Wille zu einer entsprechenden Aktion. Ich verwende diese geläufigen Bezeichnungen, wie sie eben am besten passen. Wichtig ist jedoch, stets im Auge zu behalten, daß sie sich alle letztlich auf das Gleiche beziehen. Und zwar auf eine über den Vermittler Geld erschließbare Energiequelle.

Sigmund Freud wies nach, daß schwerwiegende Erlebnisse im frühjugendlichen Alter zu einem "Trauma" führen können, das in das Unterbewußtsein verdrängt wird und so Neurosen zur Folge hat. Sehr folgerichtig zeigte er auf, daß man solche psychischen Störungen heilen kann, indem man die Ursachen des so entstandenen psychischen Dauerkonfliktes aufdeckt. Beim Psychosplit ist es anders und doch ähnlich. Hier handelt es sich nicht um ein individuelles Geschehen, das im Steuerungssystem Schädigungen verursacht, sondern um einen vor jahrtausenden in die Welt gekommenen grundsätzlichen Konflikt zwischen angeborenen In-

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stinktweisungen und einer neuen Form des Nahrungserwerbes, für den sie nicht entwickelt wurden. Der Psychosplit ist nicht angeboren, tritt jedoch bei jedem Menschen, der sich über Tauschvorgänge um Leistungen anderer oder Geld bemüht, über den Vorgang der Konditionierung ganz automatisch in Erscheinung. Auch hier kann eine Verminderung oder Beseitigung nur erfolgen, indem man die störenden Instinktweisungen bewußt macht und durch zielführende ersetzt.

Dieser Bemühung wenden wir uns nun zu.
 
 

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