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II
 
GRENZEN DES WILLENS

 

Die Notwendigkeit ist der Grundgedanke und die Erfinderin der Natur und Zaum für sie und ewige Regel.
Leonardo da Vinci (1502)
 
Machen Sie sich lieber für die kalte Zeit Fußlappen daraus, denn die Strümpfe
wärmen nicht ... und was den Mantel anlangt, werden Sie sich wahrscheinlich einen neuen anschaffen müssen."
Nikolai Gogol ("Der Mantel", 1847)
 
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"Ist unser Wille frei?" Darüber ist schon viel diskutiert worden. Von der Energontheorie her verliert jedoch diese erbitterte Auseinandersetzung wesentlich an Schärfe. Ob frei oder nicht frei - das Ergebnis unseres freien Willens ist nicht frei. Ob wir so oder anders handeln, die Strukturen, zu denen wir gelangen, sind weitgehend vorgezeichnet. Sie werden von anderswo diktiert. Die gesamte menschliche Machtentfaltung ist Bestandteil eines größeren Vorganges, der vorn ersten Augenblick an nie Herr seiner selbst war.

Für unser gewohnt selbstherrliches Denken ist diese Betrachtungsweise so fremd, daß man nur auf Umwegen zu ihr gelangen kann. Solange wir uns als etwas Gesondertes fühlen, halten wir uns für Herren, für Meister unserer Taten. Verfolgen wir den Entwicklungsstrom, der uns hervorgebracht hat, dann werden die festliegenden Geleise, auf denen wir uns bewegen, deutlich. Unter dem Einfluß sich mannigfach überschneidender Kraftfelder führt unser Wille, ob er sich so oder so entscheidet, zu einer uns vorgezeichneten "Kristallisation".

In der Biologie - besonders im Fachgebiet "Ökologie" - spricht man von den "formenden" Kräften der Umwelt.1 Ebenso spricht man in der Gesellschaftslehre von "formenden" Kräften der Tradition, der Sitte und des Brauchtums. Aber wirklich ernst meint man das nicht. Immer sieht man in den Lebewesen und besonders im Menschen das Subjekt, das handelnde Etwas. Überschwemmungen,

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Sturm und Blitz, Kriege, Gesetz und Mode werfen wohl die einzelne Kreatur hin und her - aber es ist der Mensch, der letztlich entscheidet, sich auseinandersetzt, sich anpaßt, der gestaltet, erfindet. So glaubt man.

Zu einer anderen Beurteilung gelangen wir, wenn wir den gesamten Entwicklungsstrom des Lebens in seiner Auseinandersetzung mit den Umweltkräften betrachten. In dieser Auseinandersetzung zwingen diese Kräfte dem Lebensweg seine Richtung auf. Sie steuern das Aussehen der Gestalten, in denen der Lebensprozeß sich wie in Millionen von Flammen vorwärts tastet. Die einzelnen Individuen sind in dieser Auseinandersetzung bloß Träger eines ihnen durchaus aufgezwungenen Willens. Der Mensch kann über sich nachdenken und gestaltet sein Leben so oder anders. Der Prozeß, der sich über ihn fortpflanzt, ist so langsam, daß er dessen eiserne Zwangsläufigkeit nicht sieht. Wir glauben, was wir schaffen und letztlich erreichen, sei unser Werk. Aber nur das Detail ist uns überlassen. Im übrigen sind auch wir bloß kleine Bestandteile in der Wechselwirkung zwischen dem Lebensprozeß und höchst verschiedenartigen, auf ihn einwirkenden Kräften.

Wie es mit dem "Willen" der Lebewesen und mit dem "freien Willen" des Menschen beschaffen ist, zeigen recht deutlich die chemischen Abläufe, die den Lebensprozeß ausmachen.
 

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Die meisten sind von der Temperatur abhängig. Steigt diese, laufen sie schneller ab, sinkt sie, verlangsamt sich jeder chemische Vorgang. Das ist im anorganischen Bereich so und bei den Lebensvorgängen nicht anders. Ein Absinken der Temperatur um 10 Grad bedeutet, daß die Lebensvorgänge sich auf die Hälfte oder sogar auf ein Drittel verlangsamen (van T’Hoffsche Regel). Wie ein Hampelmann ist der Lebensprozeß diesem Einfluß ausgeliefert. Wird es wärmer, dann ziehen unsichtbare Fäden an den Schnüren, und der Hampelmann schlägt kräftig um sich. Wird es kälter, dann läßt der Zug an diesen Fäden nach. Der Hampelmann bewegt sich gemächlich.

Alle Energone, die keine besonderen Wirkungsträger zur eigenen Wärmeregulierung hervorgebracht haben ("Wechselwarme") sind solche Hampelmänner.

Fällt die Temperatur unter ein bestimmtes Minimum, dann stehen die Räder des Lebensprozesses still. Gefriert das in den Zellstrukturen enthaltene Wasser, dann zerstört dies den betreffenden Organismus. Mit der Möglichkeit zu einer aktiven Energiebilanz ist es dann vorbei. Die Zellen "sterben".

Gegen diesen tückischen Speer, der bis ins Mark der Energone eindringt, nichts verschont, sich in jeden Wirkungsträger vortastet, wurde mancher schützende Schild hervorgebracht. Die Energone produzierten diese Schilde, doch die Kälte

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steuerte ihre Bildung. So wie die Wirksamkeit der Raubfeinde die Ausbildung der gegen sie gerichteten Abwehreinrichtungen bestimmt, so erzwang auch die Kälte die zum Schutz gegen sie hervorgebrachten Bildungen und steuerte sie.

In erster Linie sind es Rezepte. Bricht in unseren Gegenden die Kälte herein, dann setzen sich die Kleinlebewesen der Wiesen und offenen Fluren gegen den Wald zu in Bewegung. Unter der Laubstreu gibt es frostfreie Quartiere. Gehäuseschnecken verkriechen sich in Spalten, vergraben sich in der Erde. Manche verschließen ihre Haustür mit mehreren hintereinander liegenden Schleimhäuten: das ergibt eine isolierende Wirkung. Frösche wühlen sich in den Schlamm, Schmetterlingsraupen spinnen Blätter zusammen und bauen daraus ein gegen die Kälte schützendes Nest. In tiefen Erdlöchern pressen sich Dutzende von Feuersalamandern dicht aneinander.

Bei jedem dieser Energone hat sich im Lauf der stammesgeschichtlichen Entwicklung ein schützendes Verhaltensrezept gebildet. Die Kälte steuerte diese Bildung. Sie lieferte kein Quentchen Energie zur Gestaltung dieser Rezepte, aber sie formte ihre Gestalt. Nur Tiere, die über passende Rezepte verfügen, können in kalten Zonen bestehen. Alle übrigen - sind dort nicht mehr da.

In den Zellen mancher Tiere und Pflanzen gehen mit sinkender Temperatur Veränderungen vor sich. Das freie Wasser wird enger an die Kolloide gebunden. In feinen Häutchen und Kapillaren kristallisiert es nun erst bei minus 20 Grad Celsius. Die Baumwanze kann in diesem Anpassungszustand bis minus 26 Grad ertragen, unterkühlt man sie dagegen im Frühjahr, dann stirbt sie schon bei minus 10 Grad. In Alaska ertragen die in der Gezeitenzone lebenden Algen durch ähnliche Veränderungen im Plasma Temperaturen bis minus 20 Grad. Tiefenalgen, die keine solche Anpassung haben, sterben bereits bei minus 5 Grad. Hier sind es Rezepte für Vorgänge innerhalb des Körpers, die die Wirkung der Kälte neutralisieren.

Libellen, Köcherfliegen und viele Käfer überstehen den Winter im Larvenstadium unter Wasser. Dort ist für sie eine vortreffliche Herberge, da die Temperatur nie unter den Gefrierpunkt sinkt. Sofern das Wasser nicht völlig einfriert, finden sie hier Schutz. Diese Anpassung gründet sich auf recht einschneidende Änderungen im Erbrezept. Ein ganzer Lebensabschnitt wird hier unter Wasser verlegt. Im Frühjahr paßt sich dann dieses Energon den neuen Gegebenheiten an und wird zum Luftbewohner.

Man hat diese Phänomene bisher getrennt in verschiedenen Wissenschaftszweigen behandelt. Sie gehören jedoch zusammen. Das Energon steht als Ganzes der Wirkung Kälte gegenüber. Die verschiedenen Formen der Abwehr sind bloß methodische Unterschiede. Was zählt, sind die zur Neutralisierung der Kältespeere notwendigen Gesamtkosten.

Wie es um die Individualität der tierischen Energone steht, zeigt der Einzeller Amoeba vespertilio. Normalerweise hat er eine Länge von 70 mm. Wächst er wei-

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ter, dann teilt er sich. Bei absinkender Temperatur erlischt jedoch die Teilungsfähigkeit. Hält man das Tier bei 5 Grad, dann wird es 300 bis 400 mm lang. Sein Volumen wird dann mehr als 100mal größer. Vom Individuum her darf man darin wohl einen Vorteil sehen: der Betrieb wird stärker und größer. Nicht an ihm liegt es jedoch, ob ihm dies möglich ist. Unsichtbare Fäden werden hier gezogen, entscheiden wesentlich über sein Schicksal.

Bei vielen größeren Tieren ist es ebenso. Bei niederer Temperatur wird das Einsetzen ihrer Geschlechtsreife verzögert. Da jedoch mit der Geschlechtsreife das Wachstum abklingt, werden in der Arktis, wo das später eintritt, viele Tiere - im Vergleich zu verwandten Arten - wesentlich größer. Auch hier steuert ein Geschehen, das mit dieser Lebensstruktur und ihrem Erfolg in keinerlei Verbindung steht, die individuelle Ausbildung.
 

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Die "Warmblüter" - Vögel und Säugetiere - haben einen besonders wirkungsvollen Abwehrschild hervorgebracht. Sie heizen ihren Körper und halten ihre Innentemperatur - über Rückkopplung - konstant.

Der damit verbundene Konkurrenzvorteil ist erheblich. Während bei nichtheizenden Konkurrenten mit absinkender Temperatur die Bewegungen langsamer werden und die Lebensgeister erlahmen, bleiben die Warmblüter aktiv. Sie bezahlen das mit einem erheblichen Energieaufwand. Aber die Mehreinnahmen machen das reichlich wett.

Allerdings führte das auch zu Komplikationen. Wird ein Körper größer, dann wächst sein Volumen mit dem Kubus, seine Oberfläche nur mit dem Quadrat (bei einem Würfel ist V = a3, die Oberfläche 6a2). Das bedeutet, daß größere Körper eine relativ kleinere Oberfläche haben. Da es aber die Oberfläche ist, durch die Wärme nach außen verlorengeht, sind größere Tiere besser daran. Sie haben einen relativ geringeren Wärmeverlust ("Bergmannsche Regel").

Bei einem 20 Kilogramm schweren Hund ist der Wärmeverlust je Kilogramm Körpersubstanz nur etwa halb so groß wie bei einem 3 Kilogramm schweren. Das zieht als weitere Folge nach sich, daß kleinere Tiere entsprechend stärker heizen müssen. Eine gesteigerte Tätigkeit ihrer Lunge ist somit nötig - vor allem jedoch ihres Herzens. Kleinere Tiere haben demgemäß ein relativ großes Herz. Bei einem 2 Kilogramm schweren Uhu beträgt das Herzgewicht etwa 5 Promille vom Gesamtgewicht; beim zehnmal leichteren Steinkauz dagegen 8 Promille. Noch größer ist der Unterschied zwischen der 200 Gramm schweren Wanderratte (Herzgewicht 4 Promille) und der nur 5 Gramm schweren Zwergmaus (13 Promille). Man pflegt hier zu sagen: Die Herzgröße ist den Umweltbedin-

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gungen angepaßt. Richtiger ist jedoch die Formulierung: Das Wirkungsfeld der Kälte formt bei kleinen Warmblütern ein größeres Herz.

Die notwendigen Brennvorräte werden von manchen Warmblütern innerhalb des Körpers angelegt, bei anderen außerhalb. Das Rentier speichert Glykogen in den Muskeln sowie in der Leber; Fett speichert es besonders unter der Haut, wo es als zusätzlichen Vorteil isolierende Wirkung hat. Der Hamster wiederum trägt bis zu 10 Kilogramm Körnerfrüchte in seinen Bau ein. In Iltisbauten findet man Klumpen halbgelähmter Frösche, die zwar leben, sich aber nicht von der Stelle bewegen können. Durch einen Biß in das Rückgrat lähmt sie der Iltis. Der Fleischvorrat bleibt so frisch und kann nicht wegkriechen.

Auch das zeigt wieder, wie wenig sinnvoll es ist, die innerkörperlichen Vorgänge (Glykogen-, Fettspeicherung) und das Verhalten des Gesamtkörpers (Eintragen von Körnerfrüchten, Nackenbiß) in verschiedenen Wissenschaftszweigen zu behandeln. Hier wie dort handelt es sich um Methoden der Heizvorsorge. Jede hat Vor- und Nachteile. Im Körper gespeichertes Brennmaterial muß ständig mit herumgetragen werden und belastet so das Individuum - kann aber dafür weniger leicht abhanden kommen. Bei getrennter Speicherung ist der Körper zwar entlastet - aber das Versteck kann vergessen werden (was bei Eichhörnchen nicht selten passiert). Vom Standpunkt der Bilanz ist bloß wichtig, daß dem Energon das zur Überwindung der Kälteperiode notwendige Heizmaterial zur Verfügung steht und was jede der beiden Lagerungsformen letztlich kostet.

Das Beispiel zeigt auch, wie unwesentlich es ist, ob ein Wirkungsträger mit dem Körper verwachsen ist oder nicht. Das Energon muß über ihn verfügen - darauf kommt es an.

Der Mensch wurde durch seine Kleider und durch künstlich beheizbare Gehäuse (Häuser) von der Kälte noch unabhängiger. Das ist aber wieder die uns gewohnte Ausdrucksweise, die den tatsächlichen Gegebenheiten nicht wirklich Rechnung trägt. Vielmehr ist es so, daß die Temperatur dem Menschen in kühlen Gebieten diese Einheiten aufzwingt. Hat er sie, kann er dort bestehen, hat er sie nicht, kann er es nicht. Die zusätzlichen Kosten, die bei einem Berufskörper oder einer Erwerbsorganisation durch die notwendige Abschirmung der Kälte verursacht werden (Öfen, Isolierungen, Heizmaterial etc.), sind ein ganz konkreter, in jedem Falle meßbarer Wert. Bei den Tieren sind vor allem die Aufbaukosten einzelner Strukturen noch kaum gemessen worden. Aber auch hier stellen in der Gesamtbilanz die zur Kälteabschirmung notwendigen Energieausgaben einen konkreten Prozentsatz dar. Kann der die Kälte abweisende Schild mit geringeren Kosten erstellt werden, dann ist das von Vorteil - hier wie dort. Wie das im einzelnen bewerkstelligt wird, ist sekundär.

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Die Hitze ist ein fast noch schlimmerer Tyrann. Steigt die Temperatur um 10 Grad, dann beschleunigen sich die Lebensprozesse um das Doppelte bis Dreifache. Kaufmännisch betrachtet bedeutet das ein Ansteigen der Betriebskosten auf das Doppelte bis Dreifache - was in erwerbslosen Perioden besonders ins Gewicht fällt. Die tierischen und pflanzlichen Energone sind dann gezwungen, das Doppelte bis Dreifache für unproduktive Zeit auszugeben. Eine erhebliche Belastung!

Wie sehr das ins Gewicht fällt, zeigt die Muschel Pecten groenlandicus, die an den Küsten Grönlands in durchschnittlich 25 Meter Tiefe lebt. Die Wasserschichten sind dort nahrungsarm, doch sobald sich die Muschel in den darüber liegenden wärmeren (nahrungsreicheren) Schichten ansiedelt, steigen die laufenden Kosten ihres Stoffwechselvorganges so sehr an, daß ihre Bilanz erst recht negativ wird. Wie der dänische Biologe G. Thorson feststellte, ist die Muschel darum gezwungen, sich genau an der "Sprungschicht" zwischen kaltem und wärmerem Wasser anzusiedeln. Ihr Körper ist im kühleren Teil und wirtschaftet so sparsamer; aus dem darüber liegenden Wasser entnimmt sie die Nahrung.

Sogar die Lebensdauer wird durch die Hitze wesentlich beeinflußt. Bei der Taufliege Drosophila melanogaster dauert bei 15 Grad Celsius der Lebenslauf (beginnend mit dem Schlüpfen der Larve aus dem Ei bis zum Absterben der Mücke) im Durchschnitt 124 Tage. Bei 30 Grad verkürzt sich die Lebensdauer auf durchschnittlich 25 Tage. Das macht immerhin einen Unterschied um das Fünffache aus. Man kann den Standpunkt vertreten, daß durch schnellere Lebensprozesse die effektive Lebenszeit dichter und konzentrierter abläuft, und man kann darüber hinaus sagen, daß eine Mücke, da sie kein Ichbewußtsein hat, nichts über ihr Dasein weiß und somit durch eine Verkürzung nicht betroffen wird. De facto aber kann kaum abgestritten werden, daß diese Einflußnahme einen rigorosen Eingriff in das Lebensgeschehen darstellt.

Die Wege der Evolution waren oft sehr verschlungen und einzelne Fortschritte sehr von äußeren Umständen abhängig. Sogar unsere menschliche Entwicklung zeigt dies. Unsere Vorfahren, die Affen, entwickelten sich in tropischen oder subtropischen Zonen. Den Haarpelz verloren sie - nach heutiger Ansicht -, als sie zu einer räuberischen Erwerbstätigkeit in der Savanne übergingen. Bei der Verfolgung. schnell laufender Tiere war der dicke Pelz zu beschwerlich und zu heiß. Die unbehaarten Raubaffen waren dann aber um so weniger geeignet, in kühleren Gebieten zu leben. Gerade dort aber wird der Funktionsträger "menschliches Gehirn" leistungsfähiger - was deutlich daraus zu sehen ist, daß sich der technische Fortschritt der Menschheit in kühleren Regionen vollzogen hat. Die Brücke dorthin wurde durch die Bildung der künstlichen Organe "Kleider" geschlagen.

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Nicht jeder störende Speer trifft jedes Energon. So hat etwa Licht - ein für die meisten Energone fördernder Faktor -, wenn es zu intensiv wird, für kleine Organismen eine schädigende Wirkung. Das ist ein Grund dafür, warum im Meer das Plankton in der Mittagszeit bis auf 50 Meter Tiefe absinkt und erst am Nachmittag wieder in höhere Schichten, die an sich günstigere Erwerbsbedingungen bieten, emporsteigt. Auch bei den menschlichen Berufskörpern kann Licht von negativer Wirkung sein - etwa für die Erwerbsakte des Diebes.

Ein anderes Beispiel: der Salzgehalt. Im Süßwasser ist die Salzlosigkeit für alle darin lebenden Organismen, die eine wasserdurchlässige Haut haben, ein Problem. Es entzieht ihnen die Körpersalze. Dieser Wirkung wird durch besondere Vorgänge (Osmoregulation) begegnet. Vom Energiestandpunkt sind sie kostspielig. Der Bachflohkrebs und die Wasserassel haben doppelt bis dreifach so hohe fixe Kosten als etwa gleich große verwandte Arten, die im Brackwasser leben. Das muß durch entsprechend höhere Einnahmen wettgemacht werden. Dagegen spielt der Salzgehalt für einen Buchfinken oder einen Modezeichner keinerlei Rolle.

Immerhin gibt es einen Speer, der ausnahmslos jedes Energon trifft, jeder Pflanze und jedem Tier ebenso zusätzliche Kosten verursacht wie jedem Berufskörper und jeder Erwerbsorganisation. Es ist die Anziehungskraft der Erde. Nichts widersteht ihr, nichts kann sie aufhalten.

In den heutigen Lehrbüchern der Zoologie und Botanik wird diese "formende Kraft" kaum erwähnt. Nur bei Besprechung von Sinnesorganen der Schwerewahrnehmung wird sie gestreift. Der Vergleich eines Grashalmes mit dem Stamm einer Eiche, der Beine einer Spinne mit denen eines Elefanten machen jedoch die ungeheuren Einflüsse dieser Kraft auf jede organische Formbildung deutlich. Nur bei den im Wasser lebenden Organismen neutralisiert der Auftrieb sie zum Teil. Am Land ist sie jedoch ein Hauptproblem für alle dort wirkenden Energone.

Jeder über einem anderen gelegene Teil hat Gewicht und muß getragen werden. Welche Tragfähigkeit eine Struktur hat, ergibt sich aber nicht nur aus deren Material, sondern, ganz allgemein, aus deren Querschnitt. Wird ein Energon größer, dann vergrößert sich der Querschnitt aller tragenden Einheiten bloß mit dem Quadrat. Die zu tragenden Gewichte dagegen vergrößern sich mit dem Kubus. Darum können Spinnen auf so dünnen Beinen stehen, während der viel größere Elefant so gewaltige Säulen braucht, um seinen Körper über den Boden zu erheben. Deshalb genügt für ein junges Pflänzchen ein so schlanker Stamm, während große Bäume massive Säulen benötigen. Die Erdanziehung - die durch die Größe unseres Planeten bedingt ist - zwingt hier den Lebensstrom in ganz bestimmte Grenzen. Erst als die Energone die Hypothek, aus verwachsenen Teilen bestehen zu müssen, überwanden, verlor dieser steuernde Ein-

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fluß an Gewicht. Auch die menschlichen Berufskörper und Erwerbsorganisationen können, was die Höhe betrifft, nur begrenzt Strukturen aufführen. Aber sie können ihre Einheiten über den Raum verteilen und so - prinzipiell - zu jeder Größe gelangen.

In der Technik ist die Erdschwerkraft bei der Schaffung aller größeren Strukturen eine ins Gewicht fallende Größe. Bei jedem Hausbau, jeder Brücke, aber auch bei allen größeren Maschinen muß sie in Rechnung gestellt werden. Da sie jedoch eine konstante Größe ist, hat man sich daran gewöhnt, sie als selbstverständliche Gegebenheit aufzufassen.

Erst durch die Probleme der Raumfahrt wurde das anders. Heute beschäftigt man sich mit der Frage, wie für den Mond geeignete Einrichtungen beschaffen und dimensioniert sein müssen. Wie muß ein Fortbewegungsmittel, ein Haus oder eine sonstige Einrichtung auf einem größeren oder kleineren Planeten - mit entsprechend anderer Gravitationskraft - aussehen?

Genau diese Frage sollte man auch in der Zoologie und Botanik stellen. Welche Strukturmerkmale hat diese überall wirksame, nie erlahmende Kraft auf die Formbildung der Tiere und Pflanzen ausgeübt?2 Welche zusätzlichen Kosten hat sie den Energonen aufgezwungen - und welche hat sie ihnen erspart? Wie würde auf einem halb oder doppelt so großen Planeten das Zweckmäßige aussehen?

Der Lebensprozeß wuchs gleichsam in sich überschneidende Wirkungsfelder hinein. Jedes zwang den Energonen die eine oder andere Struktur, die eine oder andere Energieausgabe auf. Über den Weg der Steuerkausalität beteiligte sich auch jede von ihnen an der Bildung von Form und Verhalten. Die Keimzelle "Mensch" vermochte allen diesen Einwirkungen weit erfolgreicher zu begegnen. Praktisch aber bedeutet das, daß den von ihr gebildeten Energonen noch kompliziertere Abwehrstrukturen aufgezwungen werden. Überschwemmungsgebiete zwingen uns Dämme auf, sonst kann es dort weder Erwerbs- noch Luxustätigkeiten geben. Dem Taucher zwingt das Wasser künstliche Atmungsgeräte und Schutzanzüge auf. Mancher ertrotzt sich bis in die kältesten Gebiete der Arktis seinen Weg - aber nur, wenn sein Energiepotential ausreicht, die an diesem Punkt nötigen Abwehrvorrichtungen zu produzieren. Heute verlassen Raumschiffe die Erdatmosphäre, und Staaten senden Wirkungsträger zu anderen Planeten. Aber auch das geht nur, wenn von diesen Energonen Mittel zur Abschirmung der entgegenstehenden Kräfte - in diesem Falle vor allem der Erdschwerkraft - hervorgebracht werden können.

Die Umwelteinflüsse greifen so von allen Seiten in den Entwicklungsstrom der

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Energone ein und führen in ihm selbst zu einer Art von Kristallisation. Sie steuern die Ausbildung von gegen sie selbst gerichteten Wirkungsträgern. Wo es den Energonen nicht gelingt, passende hervorzubringen, dort stockt der Evolutionsfluß. Wo sie zur Bildung gelangen, dort tragen sie ihn weiter - dort setzt er sich fort.3
 

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Ganz ebenso wirkte auch die vom Menschen künstlich geschaffene Umwelt wieder auf ihn zurück.4 Tradition, Sitte und Gesetze strahlen ebenso unsichtbar wie die Erdschwerkraft von allen Seiten in die Energone ein und führen zu zusätzlich notwendigen Strukturen und Verhaltensweisen.

Die Gebote der Höflichkeit und Rücksicht zwingen zu mancher Handlung oder Unterlassung, was im Saldo der Erwerbsanstrengungen als Ausgabeposten aufscheint. Der ästhetische Sinn des Menschen und die Mode zwingen sehr vielen Erwerbsorganen (Produkten) Strukturelemente auf, die sie sonst nicht hätten. Auf Grund von Sitte und Gepflogenheiten wird der Mensch in Kanäle gezwungen, die seine Energone nicht selten belasten. Sonntage, Ferien, Standes- und Klassenabgrenzungen, übliche Zeiten der Nahrungsaufnahme, Formen der Erziehung, der Unterhaltung und des Benehmens zwingen ihnen diese und jene Begrenzung und Richtlinie auf. Die Gesetze des jeweiligen Landes strahlen bis in den privatesten Bereich des einzelnen hinein. Im Dickicht der Verflechtungen sind das unsichtbare, aber harte Mauern. Und zu alldem kommt noch die Unzahl von fremden Interessen, die auf die Keimzelle Mensch Einfluß nehmen, in ihr Wünsche erwecken, sie abhängig machen, zu Käufern gewinnen, sie in eine Energiequelle für andere verwandeln wollen.

Diese und andere Kraftfelder (auch die Religionen und die Rückwirkungen unseres technischen Instrumentariums gehören hierher) bestimmen machtvoll die jeweilige Lebensstruktur und das Machtgeflecht der vom Menschen aufgebauten Energone. In diesem Netzwerk oszilliert unser freier Wille - und führt zwangsläufig zu Ergebnissen, die nicht Ergebnis unseres Willens, sondern uns aufgezwungen sind.

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Für die Bilanz der einzelnen Energone sind sowohl die räuberischen als auch die störenden Einwirkungen von gleicher Bedeutung: sie behindern oder gefährden das Energon. Wie immer sie im einzelnen aussehen mögen - sie müssen abgeschirmt werden. Wie auch immer der dafür geeignete Wirkungsträger aussieht - er dient letztlich dem gleichen Zweck.

Zur rechnerischen Ermittlung des Konkurrenzwertes kann man somit alle Abwehrmaßnahmen und die Kosten, die sie verursachen, zusammenfassen. Der Unterschied, daß die Einwirkung der Räuber gezielt ist, jene der übrigen störenden oder bedrohenden Umwelteinflüsse dagegen ungezielt, fällt funktionell nicht besonders ins Gewicht. Sehr häufig wehrt der gleiche Wirkungsträger - etwa ein Schutzpanzer - sowohl Feinde als auch störende Einflüsse ab.

Im ersten Buchteil habe ich gezeigt, daß die drei Kriterien Kosten, Präzision und Schnelligkeit einerseits in der Aufbauperiode, anderseits in den drei typischen Phasen der Erwerbsperiode Werte liefern - insgesamt also zwölf -, die uns Wesentliches über die Konkurrenzkraft des Energons aussagen. Nicht jeder Wert ist für jedes Energon relevant - aber jeder muß grundsätzlich geprüft und berücksichtigt werden.

Bei dieser ersten Messung wird das Energon als Gesamtheit betrachtet. Genauere Werte ergeben sich, wenn man die funktionell verwandten Wirkungsträger in Gruppen zusammenfaßt und in jeder Gruppe die zwölf Maßstäbe anlegt.

Die erste dieser Gruppen ist die Gesamtheit des Aufwands, welcher direkt der Erwerbstätigkeit anzulasten ist. Die zweite haben wir nun anschließend besprochen. die Gesamtheit aller Wirkungsträger und Wirkungen, die der Abwehr von Raubfeinden und störenden Umwelteinflüssen dienen.

Was hier die Kosten betrifft, so braucht es wohl keiner besonderen Argumente, daß auch sie bei der Abwehrfunktion von entscheidender Bedeutung sind. Gelingt es einem Energon, die gleiche feindliche Wirkung mit geringeren Kosten zu neutralisieren, dann entlastet das seine Bilanz.

Auch der Präzisionsfaktor spielt fast immer eine Rolle. Gelingt es, den Räuber oder die Störung bei hundert auftretenden Fällen - bei gleichen Kosten - 90mal abzuwehren, dann ist das besser, als wenn es nur 80mal gelingt. Die Schnelligkeit des Abwehrvorganges mag dagegen eine Rolle spielen oder auch nicht. Bei der Abwehr von Räubern entscheidet sie nicht selten über Sein oder Nichtsein. Bei Abwehr von Störungen kann sie gegenüber den Faktoren Kosten und Präzision in den Hintergrund treten. Auch hier gibt es Korrelationen, die je nach den Umweltbedingungen verschieden ausfallen.

Eine gesonderte Beurteilung der Aufbauperiode, der Erwerbsphasen, der Nichterwerbsphasen und allfälliger Stilliegephasen ist auch hier sinnvoll. In jedem dieser Abschnitte stellen sich den Energonen hinsichtlich ihrer Feind- und Stö-

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rungsabwehr sehr verschiedene Probleme. In Stilliegephasen sind die Energone besonders durch Feinde gefährdet. In der Aufbauperiode stehen sie wieder anderen Einwirkungen gegenüber. Längere Erwerbsakte erhöhen das Feindrisiko.

In der Wirtschaft wird gewöhnlich zwischen Erwerbsrisiko und Feind- und Störungsrisiko nicht unterschieden. Nach der Definition von Oberparleiter ist Risiko "jede außerhalb der Willens- und Machtsphäre liegende Möglichkeit, deren Eintritt oder Unterbleiben den Erfolg einer Leistung zu gefährden vermag". In diesem Sinn ist Risiko schlechthin alles, was "eine die betriebswirtschaftliche Leistung beeinträchtigende Wirkung hat".5

Andere legten ihrer Definition die für jede menschliche Erwerbsform charakteristische Planbildung zugrunde und definierten Risiko als "Maß der Planabweichung" (Wittmann), als "Distanz zwischen Plandaten und faktischen Daten" (Eucken) oder als "Eintreten des Falles, der nicht im Sinne der Zielsetzung war" (Krelle). Schließlich wurde auch der Unterschied zwischen "inneren" und "äußeren" Gefahren herangezogen; so gelangte etwa Walther zur Trennung von "Produktions-" und "Unternehmerrisiko".6

Von der Energontheorie her muß zwischen Erwerbstätigkeit und Störungsabwehr unterschieden werden. Das Erwerbsrisiko ergibt sich aus dem Schlüssel-Schloß-Verhältnis. Je präziser dieses ist, um so geringer ist dieses Risiko. Das Stör- und Feindrisiko dagegen entstammt dem Schild-Speer-Verhältnis - einer Abstimmung gegenüber einer grundsätzlich anderen Außenfront.

Diese beiden Risiken sind nicht identisch, sondern stehen nur in bedeutsamer Relation. Mit hohem Erwerbsrisiko muß nicht unbedingt ein hohes Störrisiko einhergehen. Hat eine Maschine viel Ausschuß, dann ist die Erwerbspräzision gering - aber durch Störung überhaupt nicht beeinflußt. Ist dagegen das Störrisiko groß, dann erhöht das fast immer auch das Erwerbsrisiko.

Bei den Versicherungsgesellschaften, die praktisch Risiko abdecken, wird ganz im Sinne der Energontheorie unterschieden: Versicherungen gegen Sturm, Hagel, Erdbeben, Plünderung, Diebstahl, Raub und Betrug sichern eindeutig die durch Umwelteinwirkungen und Raubfeinde entstehenden Risiken. Versicherungen gegen Erwerbsunfähigkeit im Alter, Arbeitslosigkeit, Transportschaden, Maschinenbruch, Kreditverlust und Geschäftsausfall sind ebenso eindeutig Absicherungen gegen Erwerbsrisiken. Sogar bei der Feuer- und Unfallversicherung, die ein gemischtes Risiko abdeckt, zeigt die Polizze, daß entsprechende Unterscheidungen gemacht werden. Finden in einem Betrieb feuergefährliche Prozesse statt, dann wird - da das Störrisiko größer ist - die Prämie erhöht. Dasselbe geschieht bei Unfallversicherungen, wenn der Beruf des Versicherten ein gefährlicher ist, also sein Erwerbsrisiko steigt.

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Der Abwehrsektor - in seiner Gesamtheit - liefert also, ebenso wie der Erwerbssektor, zwölf zur Beurteilung aller Energontypen relevante Daten. Hier ist nun allerdings eine Korrektur einzufügen.

Um die Darstellung zu vereinfachen, habe ich bisher in den Energieerwerb auch den Stofferwerb mit einbezogen. Das ist im Prinzip möglich, genauer werden jedoch die Werte, wenn man diese beiden Erwerbsaktivitäten trennt. Begrifflich ist eine sehr klare Abgrenzung dadurch gegeben, daß der Energieerwerb stets zu einer Steigerung der Potenz an freier, verwertbarer Energie führen muß, während jeder Stofferwerb immer freie Energie kostet, also das Potential vermindert.

Je mehr wir uns dem molekularen Geschehen nähern, um so schwieriger, ja unmöglich wird es, diese Trennung durchzuführen. Auch bei den Tieren läßt sie sich bloß im Schätzungswege vornehmen: denn mit ihrer Nahrung gewinnen sie sowohl Energie als auch Stoffe. Bei den Pflanzen ist die Trennung viel deutlicher. Die Plastiden sind eindeutig Wirkungsträger des Energieerwerbes, die Wurzeln und das Interzellularsystem vornehmlich solche des Stofferwerbes ("vornehmlich" deshalb, weil der gewonnene Sauerstoff freie Valenzen hat und somit auch hier gemeinsam mit Stoff auch Energie erworben wird). Bei einem Produktionsbetrieb fallen jedoch die beiden Funktionskreise deutlich auseinander. Der Energieerwerb - die Herstellung und Verwertung der Erwerbsorgane - fällt eindeutig unter die Kompetenz der Abteilungen "Produktion" und "Verkauf", der Stofferwerb dagegen unter "Einkauf".

Wollen wir also einen Computer zur Ermittlung der Konkurrenzfähigkeit programmieren, dann wird die Rechnung genauer, wenn Energie- und Stofferwerb, soweit es möglich ist, auseinandergehalten werden. Das ist auch insofern berechtigt, als ja nicht nur für den Erwerbsvorgang, sondern auch für jedes Wachstum Stoffe benötigt werden.

Das aber bedeutet, daß wir bereits in drei getrennte Faktorengruppen zu je zwölf meßbaren Werten gelangt sind, die zur Ermittlung der Konkurrenzfähigkeit herangezogen werden können - ja müssen.

Es gibt noch weitere. Ehe wir uns jedoch mit diesen beschäftigen, ist es geboten, uns nochmals den "Teilen" der Energone - den Wirkungsträgern - zuzuwenden. In den letzten Abschnitten war laufend von Einflüssen die Rede, die die evolutionäre Entfaltung der Energone steuern. Wie spielt sich das konkret ab? Wo greifen diese Einwirkungen an?
 
 

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Anmerkungen:

1 Die vorliegende Untersuchung ist aus diesem Wissenschaftszweig hervorgewachsen, besonders beeinflußt durch die Darstellungen von R. Hesse und F. Doflein in ihrem Werk "Tierbau -Tierleben", Jena 1943. Auf dieses stütze ich mich in vielen meiner Angaben.
2 Die Pflanzen versehen ihre Samen bevorzugt mit Fett als Träger der für sie nötigen Aufbauenergie. Sie werden so leichter, was ihre Verbreitung durch den Wind fördert, doch geht bei dieser Speicherungsart mehr Energie verloren, als wenn in Kohlehydraten gespeichert würde. Der Speer Schwerkraft zwingt so den Pflanzen eine unökonomische Maßnahme auf.
3 Das Grundkonzept der Energontheorie ist bei allen diesen Betrachtungen im Auge zu behalten: Nicht vom Hersteller wird die für ein Energon notwendige raum-zeitliche Struktur diktiert, sondern von Umständen, die mit dem Herstellungsvorgang nicht das geringste zu tun haben. Kein Quentchen der einflußnehmenden Energie fließt in diesen Entwicklungsstrom ein.
4 Das ist das Thema, mit dem sich Marshall McLuhan auseinandersetzt. Vergl. Anhang III.
5 K. Oberparleiter, "Funktionen und Risken des Warenhandels", Wien 1955.
6 F. Philipp, "Risiko und Risikopolitik", Stuttgart 1967.