für Surfer im Internet
Auf den beiden großen Tauchexpeditionen mit meinem Forschungsschiff "Xarifa" in den Jahren 1953 - 1958 beschäftigte ich mich immer wieder mit dem Gedanken: Sieht sich der Mensch richtig ? Sind wir tatsächlich etwas von den übrigen Lebewesen total Verschiedenes ? Ist die Gesamtheit der Lebensentfaltung, einschließlich der menschlichen Technik, Wirtschaft, Staatenbildung und Kultur nicht trotz der immensen Vielheit der Erscheinungen, ein einziger, in sich geschlossener Ablauf ? Ist die materielle Welt, nach der sich die Grundbegriffe unseres Denkens ausrichten, wirklich das Wesentliche, Entscheidende ? Verbirgt sich nicht hinter dieser immensen Vielheit von Gestalten - ganz im Sinne Goethes - ein "verborgenes Gemeinsames" ?
Schon in früheren Jahren, bei meiner Doktorarbeit "Über die Wachstumsgesetze der Reteporiden" (1943), fesselte mich die besondere Schönheit dieser korallenähnlichen Bryozoen, die ich in unterseeischen Grotten der griechischen Inseln entdeckt hatte. Das Thema meiner Untersuchung war jedoch keineswegs das äußere Erscheinungsbild dieser wie aus feinem Tüll gebildeten Rosetten, sondern die sich hinter diesen Bildungen verbergende Gesetzmäßigkeit, die ich am Ende sogar auf mathematische Formeln zurückführen konnte. Die Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin belohnte mich damals mit einem "summa cum laude", das von dieser Universität schon seit sechs Jahren nicht mehr vergeben worden war1.
Von hier aus war es dann gar kein so großer Schritt mehr, die Lebensabläufe in den bunten Korallenriffen mit den Vorgängen in Großstädten, Wirtschaftsunternehmen und Staaten in Beziehung zu setzen. Im Geiste verglich ich den körperlichen Aufbau hochspezialisierter Tiere und Pflanzen mit den Strukturbildungen erwerbstätiger Menschen, einschließlich aller für die betreffende Berufsform nötigen Werkzeuge, Einrichtungen, Fachkenntnisse, Maschinen etc.
Überall sah ich Parallelen und immer wieder glaubte ich, das "verborgene Gemeinsame" in den Lebenserscheinungen an irgend einem Zipfel erfassen zu können. Aber immer wieder verlor ich dann wieder den Faden. Der Zipfel entglitt mir. Die ungeheuere Macht, die unser "normales" Denken, unsere "normale Betrachtungsweise" auf uns ausübt, schlug immer wieder - unzählige Male - wie eine gigantische Sintflut über mir zusammen.
Das war für mich schlussendlich der Anlass, im Februar 1960 mein schönes Schiff zu verkaufen und mich auf eine andere Art von Expedition einzulassen, auf der es mir nicht mehr dienen konnte. Auf eine "Expedition", die geradewegs in mich selbst und in mein eigenes Gehirn und die herkömmlichen Vorstellungen hineinführte - eine Expedition, die inzwischen 40 Jahre lang gedauert hat und noch längst nicht abgeschlossen ist.
Ich hatte wohl hie und da Erfolge und ließ es sicher nicht an Ernst und Einsatz fehlen. Es gelang mir, die "Zipfel" immer weiter aus dem Verborgenen herauszuziehen, wobei sich die Sicht ganz wesentlich vereinfachte und der gordische Knoten immer mehr entwirrte. Doch jetzt, da mein 80. Geburtstag hinter mir liegt und mir klar ist, wie wenig Zeit mir noch verbleibt, muss ich erkennen, dass diese gewaltige Anstrengung nicht ganz zu dem führte, was ich erhofft hatte. Dass es mir trotz aller Bemühungen nicht gelang, das, was mir selbst klar wurde, anderen zu vermitteln, den gleichen Funken in meiner Umwelt zu erwecken.
Inzwischen wurde das "Internet" erfunden, das größte und mächtigste "künstliche Organ" des Menschen. Mein Freund Michael Jung regte an, über dieses Medium meine Einsichten an die schnell anwachsende, anonyme Vielheit der Netzbesucher weiterzugeben. In der Hoffnung, dass sich das, was ich begann, vielleicht doch fortsetzen und noch Früchte tragen würde. Dass es in der einen oder anderen Weise vielleicht dazu beitragen könnte, dass das "heilige Rätsel" Leben sich nicht über den Menschen und seine Geisteskraft letztendlich selbst zerstört ...
Das erste Buch, in dem ich Gedanken der Energontheorie veröffentlichte, erschien 1968 unter dem Titel "Wir Menschen". Die betreffenden Kapitel 3, 6 und 8 sollen deshalb den Anfang dieser Zusammenfassung meiner Schriften über diese Thematik machen.
Um mein Gehirn zu zwingen, die vertraute Welt des Menschen mit anderen Augen zu sehen, filmte ich ab 1963 Menschen ohne ihr Wissen und in veränderter Geschwindigkeit bei ihrer Berufstätigkeit und in der Freizeit. Zu diesem Zweck hatte ich ein besonderes Objektiv für meine Filmkamera konstruiert, in dem ein Spiegel eingebaut war, so dass ich nicht in der Richtung der Kamera sondern im rechten Winkel nach der Seite filmte. So täuschte ich mein Untersuchungsobjekt - den Mitmenschen. Wollte ich etwa filmen, wie zwei Kinder miteinander spielten, dann stellte ich direkt neben ihnen meine Kamera auf und richtete diese etwa auf einen in der Nähe stehenden Baum. Die Kinder wurden so nur kurz gestört, da sie sahen, dass meine Aufmerksamkeit eben diesem Baum galt, spielten sie bald achtlos weiter.
Um eine Übersicht über menschliches Verhalten zu gewinnen, filmte ich solche Szenen in Zeitraffung - etwa mit 2 bis 4 Bildern pro Sekunde. Später zeigten dann diese Aufnahmen die jeweiligen Vorgänge wesentlich schneller als normal - und Zusammenhänge, die man normalerweise nicht beachtet, wurden sichtbar. Ich filmte so Menschen im Straßenverkehr oder mit sich selbst beschäftigt, Liebespaare, Zeremonien, Vorgänge in Fabriken und vieles andere. In dem Buch "Wir Menschen" schrieb ich: "Das Ergebnis war viel versprechend. In diesen Aufnahmen verwandelte sich das vertraute Getriebe in eine Art von Ameisenhaufen. Das Individuelle der einzelnen Personen ging fast gänzlich verloren und übergeordnete Zusammenhänge wurden sichtbar".2
Um besser analysieren zu können, was sich auf dem menschlichen Gesicht abspielt, veränderte ich den Zeitablauf in entgegengesetzter Richtung, filmte also in Zeitlupe. Als ich die ersten solchen Aufnahmen Konrad Lorenz und seinen Mitarbeitern in Seewiesen zeigte, erklärte Lorenz, dass ich allein diesen Aufnahmen ein ganzes Forscherleben widmen könnte.
Schon Darwin hatte vermutet, dass die Signalsprache des menschlichen Gesichtes - die "Mimik" - auf angeborenen Verhaltenssteuerungen beruhe, aber er konnte es nicht beweisen. Durch solche Aufnahmen wurde dies dagegen möglich. Zeigten Aufnahmen bei den verschiedensten Völkern und Rassen die genau gleichen messbaren, unbeobachtet gefilmten Bewegungen, dann war das ein eindeutiger Beweis dafür, dass sie auf universellen, allen Menschen angeborenen Steuerungen beruhten und nicht etwa das Ergebnis von Lernvorgängen waren.
Ich filmte mit dieser Methode erst in der Umgebung von Wien, dann auf Samoa und in Indien: Hindus bei ihrem rituellen Bad im Ganges. Zwischen 1963 und 1965 dehnte ich dann diese Filmanalyse auf Menschen jeden Alters bei den verschiedensten Rassen und Völkern in allen Weltteilen aus. Irenäus Eibl-Eibesfeldt, ein enger Mitarbeiter von Konrad Lorenz, begleitete mich bald. Ihn interessierte, ganz im Sinne von Lorenz, das Aufdecken angeborener Verhaltenssteuerungen als "Universalien" des Menschen. Ich wiederum versuchte über diese Filmtechnik das uns so selbstverständliche Wesen "Mensch" so zu sehen, wie es vielleicht ein Besucher aus dem Weltenraum beurteilen würde, der unbeeinflusst wäre von unseren traditionellen Normen der Selbsteinschätzung.3
Der eigentliche Ausgangspunkt zur Energontheorie war dann jedoch ein anderer. Betrachtet man - im Geist - den Evolutionsverlauf der Lebensentwicklung in seiner Gesamtheit, dann stellt er sich als ein gewaltiger Entwicklungsstrom dar, der sich seit 4 Milliarden Jahren kontinuierlich steigert. Und zwar sowohl in seinem Volumen als auch in seiner Potenz. Beides ist messbar. Das Volumen als Gesamtheit der diese Entfaltung fortsetzenden Materie. Und die Potenz als Gesamtheit der Fähigkeit dieses Stromes "Arbeit zu leisten". - Wie aber verträgt sich diese kontinuierliche Steigerung mit dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik, dem "Entropiesatz" ?
Gemäß dieser, überall im Naturgeschehen zu beobachtenden Gesetzmäßigkeit, gelangen energetische Manifestationen, wenn sie aufeinander treffen, früher oder später miteinander in ein Gleichgewicht - also zum Stillstand. So peitschen etwa auftretende Stürme die Meereswellen hoch - doch nach einiger Zeit erschöpft sich ihre Kraft und die Meeresoberfläche glättet sich wieder. Im totalen Gleichgewicht zwischen den Kräften der Atmosphäre und des Meeres liegt dieses dann wie eine geschliffene Scheibe da und erweist sich als makelloser Spiegel.
Ebenso ist es mit chemischen Prozessen. Auch solche "Abläufe" gelangen früher oder später an einen Abschluss, an ein Ende, zu einem Zustand des Gleichgewichtes. Dabei tritt Energie in zahlreichen, sehr verschiedenen "Gestalten" in Erscheinung - und jede kann sich in jede andere verwandeln. So etwa Massenanziehung in Bewegungsenergie oder in elektrische Energie. Nach dem ersten Hauptsatz der Thermodynamik kann Energie weder aus Nichts entstehen noch zu Nichts zerstört werden. Unser Gehirn kann sich das schwer vorstellen, doch gelten beide Hauptsätze der Thermodynamik als gesichert. - Wie kann es somit zu einer energetischen Manifestation kommen, die sich seit vier Milliarden Jahren kontinuierlich steigert ? Die also ständig in der Fähigkeit, Leistungen zu erbringen, zunimmt ? Wie ist solches möglich - ?
Mir fiel nur eine Antwort auf diese Frage ein - und auch bis heute ist mir keine andere eingefallen oder bekannt geworden. Sie lautet: Ein solcher, sich über so lange Zeiträume hinweg steigernder Energiestrom - der "Lebensstrom", wie ich ihn nannte - kann nur über materielle Strukturen mit besonderen Eigenschaften stattfinden. Und eine dieser besonderen Eigenschaften ist ohne weiteres zu erkennen, ohne dass man diese Strukturen näher untersuchen muss: Sie besteht ganz offensichtlich darin, auf irgend eine Art und Weise mehr freie, arbeitsfähige Energie aus Umweltquellen zu gewinnen, als die gesamte eigene Anstrengung an solcher verbraucht. Wie auch immer diese Strukturen im einzelnen beschaffen sein mögen, es muss ihnen das Kunststück gelingen, laufend positive Energiebilanzen zu erwirtschaften. Anders ist es völlig unmöglich, dass ein solcher sich über Jahrmilliarden hinweg ständig steigernder Entwicklungsstrom - wie das "Leben" ein solcher ist - stattfindet.
Das klingt reichlich theoretisch. Praktisch bedeutet dies jedoch ganz einfach, dass diesen Strukturen als zentrale Eigenschaft die besondere Fähigkeit zukommen muss, mehr freie arbeitsfähige Energie aus irgendwelchen Umweltquellen zu gewinnen, als die Gesamtheit ihrer Tätigkeiten und Leistungen an solcher verbraucht. Sie alle sind somit "energieerwerbende Systeme" - notwendigerweise ! Und da es damals für "energieerwerbende Systeme" noch keine besondere Bezeichnung gab, erfand ich eine solche. Ich bezeichnete sie als "Energone".
Dass alle Lebewesen, Pflanzen wie Tiere, Einzeller wie auch Vielzeller, unter diesen neuen Begriff "Energon" einzureihen waren, war somit ohne weiteres klar. Ob es darüber hinaus noch weitere Energone gab, blieb dagegen völlig offen. Wie verhielt es sich etwa mit berufstätigen Menschen, die zu ihrer Berufsausübung zahlreiche künstliche Hilfsmittel benötigen ? Wie verhielt es sich mit Betrieben und Unternehmen, wie mit den "Staaten" der Tiere und des Menschen ? Das blieb zu untersuchen. Und gab es vielleicht noch weitere gemeinsame Eigenschaften, Fähigkeiten, über die jedes "Energon", wie auch immer es gestaltet sein mochte, verfügen muss ? Das blieb ebenfalls zu untersuchen ...
Auf jeden Fall aber ging aus meinen Überlegungen eindeutig hervor, noch ehe ich ein einziges "Energon" näher unter die Lupe nahm: Der Energieerwerb war nicht nur eine gemeinsame Eigenschaft, die sämtliche Energone miteinander verband. Es war auch - notwendigerweise - die zentrale Eigenschaft, die zentrale Funktion jedes Energons. - Warum ?
Einfach deshalb, weil ohne freie, arbeitsfähige Energie keine weitere Funktion möglich ist, weil ohne solche keine andere Leistung erfolgen kann ! Bei allen höheren Pflanzen ist jedermann bekannt, dass sie über den Vorgang der Photosynthese aus dem Sonnenlicht alle für sie nötige Energie gewinnen. Manche ihrer Organe, wie etwa die Blüten und die Dornen, haben jedoch mit diesem Energieerwerb nicht unmittelbar zu tun. Aber auch ihre Bildung und Instandhaltung ist ohne vorher erarbeitete Energieüberschüsse keinesfalls möglich. Und das gleiche gilt auch für alle sonstigen Bestandteile und Fähigkeiten jedweder Pflanze.
Nicht anders ist es bei den Tieren: Sie gewinnen, wie jeder weiß, Energie aus der Umwelt, indem sie andere Lebewesen - Pflanzen oder Tiere - ganz oder teilweise fressen und ihre Gewebe "verdauen" - wobei sie letzten Endes die Moleküle dieser Gewebe in ihre Atome zerlegen. Dabei wird die chemische Energie, welche die Atome aneinander bindet, frei. Jedes Tier gewinnt also freie, arbeitsfähige Energie durch seine Nahrung. Und auch hier ist der Energieerwerb notwendigerweise die zentrale Funktion. Auch hier kann keine andere Leistung - wie etwa Lernen oder Fortpflanzung - ohne vorher erwirtschaftete Energieüberschüsse erbracht werden. Somit ist auch bei sämtlichen Tierarten, wie auch immer sie im einzelnen beschaffen sein mögen, Energieerwerb die zentrale und primäre Funktion, die conditio sine qua non für alles weitere ...
So etwa sah es in meinem Kopf aus, als ich über Nacht meine so erfolgreiche Tauchtätigkeit aufgab, um mich in ein ganz anderes, neues Forschungsabenteuer zu stürzen. Dass ich mich damit auf etwas einließ, das mich mehr als 40 Jahre lang intensiv beschäftigen sollte, war mir natürlich nicht klar. Die vielen "Fans", die ich mir durch meine abenteuerliche Unterwasserforschung erworben hatte, blieben über mein Verhalten eher enttäuscht, wie in einem Nebel hinter mir zurück. Da mir meine Energonforschung über lange Zeit keinerlei Verdienst einbrachte, kehrte ich trotz meines "Gesinnungswandels" immer wieder ins Meer zurück, drehte dort weitere Filme, schrieb darüber weitere Bücher, hielt weitere Vorträge. Vieles, was ich dabei unter Wasser sah und erlebte, regte mich zu weiteren Gedanken im neuen Forschungsbereich an - nicht zuletzt deshalb, weil alles Leben im Meer seinen Anfang nahm und weil neun Zehntel der gesamten Lebensentwicklung sich in der Unterwasserwelt zugetragen hatte. Erst vor etwa 400 Millionen Jahren setzte die Landeroberung ein, nachdem sich bereits seit 4000 Millionen Jahren Lebewesen im Meer entwickelt und allmählich ihre Leistungen immer mehr gesteigert hatten.
An den Beginn dieses, für Internet-User geschaffenen Überblicks stelle ich die schon genannten Kapitel meines 1968 veröffentlichten Buches "Wir Menschen", in dessen ersten Teil ich einen Überblick über die vergleichende Verhaltensforschung gab und im zweiten über Verlauf und Ergebnis meiner Filmaufnahmen in aller Welt berichtete. Jedes dieser Kapitel machte damals bereits mit wesentlichen Aspekten der Energonforschung bekannt, noch ehe ich in meiner Bemühung zum Energonbegriff gelangt war.
Es folgt dann das Buch "Energon. Das verborgene Gemeinsame", auf den Beistrich genau der Originalausgabe entsprechend, in der ich 1970 meine Theorie zu Papier brachte. Wie der Leser sehen wird, wusste ich dabei selbst noch nicht recht, mit welchem "Zipfel" der neuen Denkweise ich beginnen und in welcher Aufeinanderfolge der Kapitel ich sie darlegen sollte.
Es folgen dann nach je einer weiteren Überleitung die Bücher "Die Schöpfung geht weiter", "Der Hai im Management" und "Die Hyperzeller" - auch sie ohne Änderungen im Text.4Auch bei diesen Darstellungen bestand meine größte Schwierigkeit darin, mit den Worten und Begriffen des bisherigen Denksystems in ein anderes einzuführen, das dem gewohnten oft in wesentlichen Punkten widerspricht.
Den Abschluss der Präsentation bildet das von Andreas Hantschk und Michael Jung verfasste Buch "Rahmenbedingungen der Lebensentfaltung", in dem die verschiedenen Aspekte der Energontheorie zusammengefasst sind und ihre Stellung in den Wissenschaften behandelt wird, sowie mein abschließender Beitrag "Konsequenzen der Energontheorie - Projektionen für die Zukunft".
Insgesamt ist es ein vielfach holpriger und gewundener
Pfad, dem zu folgen ich einlade.
Anmerkungen:
1 "Beitrag
zur Kenntnis der Reteporiden mit besonderer Berücksichtigung der Formbildungsgesetze
ihrer Zoarien und einem Bericht über die dabei angewandte neue Methode
für Untersuchungen auf dem Meeresgrund" (Zoologica, E. Schweitzerbart´sche
Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1948)
2 Damals
war die Frage überaus aktuell, ob den Menschen überhaupt Verhaltenssteuerungen
angeboren sind. Amerikanische Psychologen vertraten mit Nachdruck die Ansicht,
dass alle menschlichen Verhaltensweisen das Ergebnis von Lernakten
wären. Woraus sich dann als Folgerung ableiten sollte, dass sämtliche
Menschen gleich wären und man durch entsprechende Erziehung aus jedem
"alles machen könnte".
3 Gemeinsam
mit Eibl-Eibesfeldt begründete ich 1964 in Liechtenstein das erste
Institut für "Humanethologie", das dann bald von einer Forschungsstelle
der Max Planck Gesellschaft abgelöst wurde, deren Leitung Eibl-Eibesfeldt
übernahm. In der Folge wurden von dort aus Expeditionen in alle Welt
ausgeführt, die besonders bei Naturvölkern und Hochkulturen mit
meiner Spiegeltechnik bei verändertem Zeitablauf menschliches Verhalten
analysierten. Eibl-Eibesfeldt veröffentlichte darüber zahlreiche
Bücher und Schriften - sein Hauptwerk auf diesem Gebiet ist "Die Biologie
menschlichen Verhaltens. Grundriss der Humanethologie" (Piper 1984).
4 Wo ich
heute wesentliche Änderungen oder Hinweise für nötig halte,
füge ich neue, deutlich andere Fußnoten ein, deren Texte dem
jeweiligen Buch angefügt sind.